„Frank, was ist denn los?!“
Der fränkische Gelegenheitsschauspieler und Amateurfilmer Stefan Schwenk debütierte im Jahre 2002 mit der Amateur-Splatter-Produktion „Montrak – Meister der Vampire“.
„Uah, ich muss scheißen! Warum passiert mir das immer, wenn ich geil bin?!“
Vampirfürst Montrak hatte einst eine Anhängerschaft um sich geschart, die jahrhundertelang dessen Wiederauferstehung und Machtübernahme anstrebte, es aber mit den Bloodguns, nicht lange skrupelnden Vampirjägern, zu tun bekommt. Diese wollen das entscheidende Ritual stören. Parallel versucht der von alldem nichts ahnende Jüngling Frank, bei seinem Schwarm Tanja zu landen – und gerät mitten in die erbitterten Kämpfe zwischen beiden Parteien…
Im Prolog reißt man mit tiefgestimmter Off-Erzählstimme kurz die Hintergrundgeschichte ab, dazu changieren Vorspannangaben mit kurzen Schwarzweißbildern eines Langhaarigen mit Vampirgebiss – Montrak, bist du’s? Anschließend befinden wir uns im Mittelalter (von dem böse Zungen behaupten, es habe in Bayern nie aufgehört) und bezeugen ein Wald-und-Wiesen-Live-Rollenspiel kostümierter Komparsen mit etwas Splatter und Gekröse. Keyboardklänge sollen für Atmosphäre sorgen. Nach etwas Ring-Palaver dann die Bayreuther Gegenwart des Jahres 2002: Frank (Stefan Schwenk) holt sich unter der Bettdecke einen runter und wird im Moment des in Zeitlupe gezeigten Ergusses von seinem jüngeren Bruder erwischt. Seine Schwester macht sich über ihn lustig, wenngleich ich wette, dass sie nicht so schön in Zeitlupe abspritzen kann wie Frankie.
Schwenk indes hat Gefallen an dieser Technik gefunden und setzt seine Zeitlupen inflationär, ob nun passend oder nicht, ein, als hole er sich tatsächlich einen darauf runter. Dazu gesellen sich einige Slapstick-Einlagen. Ein Mittelaltermarkt findet statt, parallel irgendwelcher dilettantisch und spannungsfrei erzählter Vampirkram. Die blutigen Effekte sind schlecht und ihr Tiefpunkt ist erreicht, als einem Mädchen eine Brust abgeschnitten wird. Man liefert sich Schießereien und lässt auch mal hardrockige bis metallische Töne erklingen; Stroboskopeffekte finden für Szenenübergänge Verwendung und passen dazu, dass Frank bei Tanja abblitzt. Wer dieses Wortspiel nun grottig fand, hat die aufgesagten Dialoge dieses Films und dessen provinziellen Humor noch nicht gehört. Zugegeben, so geht’s mir zumindest in Teilen selbst, denn die O-Töne sind zu leise und im fiesen Dialekt – ich verstehe kein Wort, vermisse dennoch keine Untertitel…
Der eigentliche Horror dieses Laientheaters ist das spießig deutsche Ambiente und die Eiche-rustikal-Inneneinrichtung. Freundinnen und Freunden pubertärer Selbstüberschätzung geht das Herz auf, allen anderen aber eher das Messer im Sack.