iHaveCNit: The Lodge (2020)
nachgeholt im Heimkino
16.12.2020
Selten so lange darüber nachgedacht, überhaupt zu einem gesehenen Film eine Review zu schreiben. Aber da ich diesen Film in 2020 noch mitnehmen wollte und ihn vor 10 Tagen gesehen habe, schreibe ich dann doch noch ein paar Zeilen dazu. Ich glaube, jeder wird nach den geschriebenen Zeilen dann doch feststellen, warum ich hierzu eigentlich nichts schreiben wollte.
Richard ist Journalist und lebt mit seiner Freundin Grace zusammen, die er bei der Recherche zu einer Story kennengelernt hat. Seine Frau Laura kommt mit dieser Situation und der Scheidung nicht klar, so dass sie sich das Leben nimmt. Seine Kinder Mia und Aidan stehen Grace mit Argwohn gegenüber, so dass sich Richard entschließt, mit den Kindern und Grace die Weihnachtszeit in einer abgelegenen Waldhütte zu verbringen. Als er berufsbedingt früher abreisen muss, sind die Kinder mit Grace alleine und das gegenseitige Misstrauen wächst.
Wenn mich eine Sache bei „The Lodge“ begeistert hat, dann war es die Kameraarbeit des griechischen Kameramanns Thimios Bakatakis, die mir bereits sehr positiv in „The Killing of a Sacred Deer“ von Yorgos Lanthimos aufgefallen ist. Eine weitere Sache ist mir dann auch aufgefallen. Mit ein paar visuellen Einfällen und einem gewissen Foreshadowing hat der Film mich an „Hereditary“ erinnert. Das Problem jedoch, „The Lodge“ ist vor „Hereditary“ produziert und erst danach veröffentlicht worden, so dass ich mich von diesem Vergleich im Hintergrund nie lösen konnte. Des weiteren wird auf dem Cover der Blu-Ray auch ein Vergleich zu „Shining“ zitiert. Wenn ein Film nun verglichen worden ist mit einem Kultklassiker und einem der besten Horrorfilme der letzten Jahre, dann sind das natürlich schon große Fußstapfen, die er ausfüllen muss. Und das konnte er leider nicht. Die Story, die eine moderne Abwandlung von „Rebecca“ ist, mag zwar interessant konstruiert und auch mit einer interessanten Hintergrundgeschichte unterfüttert sein, mich hat der Film und der Verlauf jedoch nicht wirklich bei Spannung, Laune und der Stange halten können, so dass ich mich immer wieder dabei ertappt habe, ablenken zu lassen. Und das ist für diesen Slowburner, das Kammerspiel und den Psychohorror kein gutes Zeichen, so dass sich der Film am Ende leider eher am unteren Ende meines Rankings wiederfinden wird.
„The Lodge“ - My First Look – 5/10 Punkte