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3

Schade: Ich hätte lieber viel mehr von der reiferen Alicia Silverstone gesehen, die sich nun als ernsthafte Schauspielerin versucht. Die erste halbe Stunde von THE LODGE macht noch Hoffnung, danach fällt alles auseinander. Ohne brauchbare Erklärung wird der Papa fortgeschickt und quasi aus der Gleichung gestrichen. Es werden ähnliche Fehler wie bei MIDSOMMAR begangen, denn auch hier haben sich die Macher anscheinend in ein paar Bildkompositionen verliebt, drosseln jedoch das Erzähltempo ins unerträglich Langsame. Verstörende Momente liegen dadurch Ewigkeiten auseinander. Es ist auch nicht hilfreich, wenn Szenen aus den um etliche Klassen besseren THE THING von John Carpenter gezeigt werden, denn dadurch stinkt dieser Paranoia-Psychomist in Eis und Schnee nur noch mehr. Ein guter Film hätte hier Gefühle wie Anspannung und Terror vermittelt. THE LODGE vermittelt bloß eine dumpfe Leere.

7

Funny Games
Zwei Kinder und eine Frau allein in einem abgelegenen Haus – diese Konstellation haben Franz & Fialla in ihrem starken Erstling ICH SEH ICH SEH schon einmal durchgespielt. Allerdings in der Sommervariante und künstlerisch strenger, herausfordernder und auch interessanter als hier.
THE LODGE ist ein Psychothriller im wahrsten Sinne des Wortes, stimmungsvoll, ja, und auch mit ein paar eisigen Schocks versehen, einer davon gleich in den ersten Minuten, jedoch größtenteils ereignisarm und im Ausspielen bekannter Standardsituationen des Genres recht vorhersehbar.
Auch wenn nicht viele Filme die Chuzpe haben, ihre Psychospielchen so konsequent bis zum bitteren Ende durchzuziehen. Fazit: Handwerklich gut gemacht und toll gespielt, jedoch zu unterkühlt und überraschungsarm, um wirklich mitfiebern zu lassen.

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