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Der Abschluss von Cannons "Ninja"-Trilogie ist leider mit Abstand der schwächste Teil, obwohl Genrespezi Sam Firstenberg (American Fighter, Die Rückkehr der Ninja) auf dem Registuhl sitzt. Doch gegen das hanebüchene Drehbuch kommt er nicht an, besonders die hier zahlreich vertretenen mystischen Elemente ziehen "Die Herrschaft der Ninja" komplett ins lächerliche. Hinzu kommt, dass die Effekte teilweise unter aller Kanone sind. Von alleine fliegende Schwerter, sich bewegende Möbel, oder reichlich Nebel- und Lichteffekte lassen einem die Haare zu Berge stehen. Auch was die Fähigkeiten der Ninja betrifft, übertreibt man es maßlos. Die springen hier meterhoch durch die Lüfte, halten ganzen Salven von Schusswaffen stand und sind nebenbei noch wahre Zauberkünstler.
Wie sonst gelingt es dem sterbenden Black Ninja (David Chung) von der Technikerin Christie (Lucinda Dickey) Besitz zu ergreifen. Die rächt sich nun blutig an allen Polizisten, die den Black Ninja nieder geschossen haben, darunter ist leider auch ihr neuer Lover Billy Secord (Jordan Bennett). Mit im Bunde ist auch der Ninja Yamada (Sho Kosugi), der extra aus Japan angereist ist, um sich am Black Ninja zu rächen. Christie hingegen weiß gar nicht, was mit ihr passiert, Billy und Yamada versuchen sie um jeden Preis zu retten.

In den wenigen Actionszenen blitzen Qualitäten auf, besonders der Auftakt hat es in sich. Hier wird gekämpft und verfolgt bis die Schwarte kracht, der Black Ninja legt sich nach einem Attentat mit dem kompletten Polizeiapperat an. Ansonsten ist die Attacke auf dem Friedhof und natürlich der Finalkampf erwähnenswert, die guten Choreographien für die Kämpfe stammen von Sho Kosugi. Auch das umfangreiche Waffensortiment der Ninja kommt zum Einsatz und befördert viele Widersacher blutig ins Jenseits. Doch neben diesen drei gelungenen Actionszenen, hat "Die Herrschaft der Ninja" kaum etwas zu bieten. Die besessene Christie darf ein paar Morde begehen, doch die erste Halbzeit geht komplett für die Lovestory zwischen ihr und Billy drauf. Schließlich versucht man sogar mit der Hilfe eines japanischen Zauberers (James Hong) den bösen Geist des Black Ninja auszutreiben, doch vergebens. Billy will natürlich nicht aufgeben, obwohl er auch selbst auf der Todesliste des Black Ninjas steht. Yamada hingegen will sich rächen, warum sieht man kurz in einer Rückblende, aber dafür muss er sich sogar mit Billy verbünden.

Und leider hat gerade der kampferprobte Kosugi nur wenige Szenen, wo er glänzen darf. Immerhin den Endkampf darf er allein gestalten. Ansonsten quält er sich mit steinernem Gesichtsausdruck durch den langweiligen Plot, Lucinda Dickey (Bloody Pom Poms, Grease 2) und der unbekannte Jordan Bennett geben sich etwas mehr Mühe, James Hong (Missing in Action, Eine perfekte Waffe) als Zauberer ist eine Lachplatte.
Selbst optisch vermag "Die Herrschaft der Ninja" kaum zu überzeugen, denn man hat hier größtenteils in der Einöde gedreht. Ein mehr monotoner und staubiger Look, es darf eher weniger Inventar oder diverse Vehikel zu Bruch gehen, den Großteil des Scores hat man dreist aus dem drei Jahre zuvor entstandenen "Ninja - Die Killermaschine" übernommen.

An den Actionszenen, die allerdings zu rar gesäht sind, kann sich der Zuschauer erfreuen, sie retten den unwürdigen Abschluss der "Ninja"-Trilogie vor dem Absturz. Über die Story mit Anleihen bei "Der Exorzist" breitet man am besten den Mantel des Schweigens, die Umsetzung ist Firstenberg zu zäh geraten, einige Durststrecken machen sich bemerkbar. Optisch ist "Die Herrschaft der Ninja" erschreckend karg geraten, so erreicht man ganz knapp den Durchschnittsbereich.

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