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"Du bist einfach nur eine Maschine und nicht mehr."

In Detroit streikt die Polizei, denn nach der Übernahme durch den Konzern OCP bekommen die Beamten weniger Gehalt. Der Vorstand der OCP verfolgt damit das Ziel, Detroit in ein Chaos zu stürzen und somit die Stadtverwaltung zu übernehmen, um die Stadt völlig neu aufzubauen.
Ein paar Beamte befinden sich noch im Dienst. RoboCop (Peter Weller) und seine Kollegin Anne Lewis (Nancy Allen) verfolgen einen Drogenring, der sich unter dem Anführer Cain (Tom Noonan) gebildet hat. Bei der Aushebung eines Labors gerät RoboCop in Gefangenschaft.

"RoboCop" war ein beeindruckender Science-Fiction Film. Die Mischung aus zukünftiger Gesellschaftssatire, wenig zimperlicher Action und einem ausgefeilten Protagonisten erhielt ordentlichen Zuspruch.
Bei der Fortsetzung wechselte nicht nur der Regisseur. Auch der Fokus wurde von der Figur auf mehr Action gelegt und Ernsthaftigkeiten über Bord geworfen.

"RoboCop 2" hat ein grundsätzliches Problem: Er vernachlässigt seinen Helden fast völligst. Zu Beginn sind noch Ansätze einer weiterführenden Figurenzeichnung vorhanden, die allerdings schon kurze Zeit später nicht mehr weiterverfolgt werden. Stattdessen gibt es einige kuriose Szenen, wobei der Protagonist zeitweise zur Selbstparodie verkommt. Spannungsfördernd ist dies nicht.

Die Handlung hat lange Zeit keine eindeutige Ausrichtung und wirkt aufgesetzt. Konstruiert folgt eine Actionsequenz der nächsten, ohne dass sich die Geschichte offensichtlich weiterentwickelt. Erst gegen Ende bekommt der Film eine entsprechende Form.
Dem Mischkonzept aus Gesellschaftskritik und -satire bleibt die Fortsetzung treu. Einblendungen von Nachrichten und Werbespots eröffnen eine überaus zweifelhafte Ansicht auf die Gesellschaft von Morgen, die auf der Straße allerdings so nicht vorzufinden ist.

"RoboCop 2" hat erheblich mehr Action als sein Vorgänger. Die Qualität schwankt allerdings sehr und erst im Finale wird der Film wirklich furios. Die brachiale Zerstörungswut und die Effekte sehen dabei recht gut aus, wirken nach nunmehr über 20 Jahren allerdings ganz schön angestaubt. Besonders die auffälligen Puppen stören die Atmosphäre doch ganz ordentlich. Die blutigen Details sind nicht mehr ganz so heftig wie noch im Vorgänger.

Peter Weller ("Star Trek Into Darkness", "Leviathan") unterstreicht die maschinellen Bewegungsabläufe seiner Figur, sowie die mimische Ausdruckslosigkeit. Nancy Allen ("Carrie - Des Satans jüngste Tochter") leidet darunter, als Nebenfigur fast gänzlich ausgeklammert zu sein. Der Rest der Darsteller erweist sich nicht mehr als zweckmäßig.

"RoboCop 2" kann nicht mit seinem wegweisenden Vorgänger mithalten. Die Actionszenen vermögen es zwar zu unterhalten, allerdings verweilen die Figuren in weiter Ferne. Handlung, Darsteller und Charaktere wirken zu aufgesetzt und einzig einer, zwar konsequenten, aber auch sehr geradlinigen Geschichte unterworfen. Die veralteten technischen Effekte sind eher für nostalgische Gemüter unterhaltsam. Das abrupte offene Ende hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck.

6 / 10

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