Der Firmengigant OCP hat Detroit weiterhin im Griff, selbst die Polizei gehört in dieser privatisierten Welt zu dessen Inventar. Und so streiken die Cops während Alex Murphy alias RoboCop noch versucht, etwas Ordnung in die Stadt zu bringen. Gar nicht so einfach, denn eine Droge namens Nuke überschwemmt die Straßen. Hauptverbreiter und Sektenguru Cane ist somit das primäre Ziel.
Wobei es noch ein paar andere gibt, denn die von Irvin Kershner inszenierte Fortsetzung mit dem Blechbullen macht noch ein paar andere Fässer auf. Nicht zum Gedeih des Werks, denn nachdem man die Themen anreißt, vergisst man sie auch gleich wieder. Neben der Frage, ob RoboCop nun noch irgendwo menschlicher Charakter oder nur Maschine und somit Eigentum von OCP ist, bastelt der Konzern auch an einem Nachfolgemodell. Und so weiß man recht schnell, mit wem es der Titelheld letztlich zu tun bekommt.
Mehr als im Erstling ist RoboMurphy hier eine Art Superheld, denn was die Ambivalenz und die Satire angeht, die im Erstling noch eine nicht unwichtige Rolle gespielt haben, so findet man hier davon nicht mehr viel wieder. Zwar gibt es noch die Einspieler aus Nachrichten und Werbung, diese sind aber weder so bissig noch witzig oder eben generell treffsicher wie anno dazumal. Da geht dem Szenario eine ganze Ebene flöten, die auch den Reiz des 1987er Werks von Paul Verhoeven ausgemacht hat. Hier muss man sich dann mit sowas wie einer OCP-Flagge im Design des Dritten Reichs begnügen, was recht platt ist.
Aber es passt zum generellen Ton von „RoboCop 2“. Dieser ist mitunter comichaft und mit weit weniger Hintersinn konstruiert. Und wenn Murphy zur Witzfigur umprogrammiert wird, dann weiß ich nicht, ob das unter Humor einzuordnen ist – es funktioniert nicht. Auch bietet Teil zwei auf seine ausgebaute Laufzeit hin gesehen relativ wenige Actionszenen. Diese sind zwar dann immerhin nicht unblutig, von der überzogen Art (weil Stilmittel) des Vorgängers ist man hier aber weit entfernt. Auch der Cop selbst sieht in seiner nun mehr blau schimmernden Rüstung weniger wuchtig aus. Alles Bausteine, die das Sequel weniger eindrücklich und kraftvoll machen.
Dabei gibt es auch hier was zu sehen. Wenn Action kredenzt wird, ist diese kompetent eingefangen. Es gibt einige Schusswechsel, der Stunt mit dem Truck durch die Bar ist knapp abgepasst und es fliegen durchaus mal die Funken, hier und da gibt es ansehnliche Explosionen. Wurde Stop-Motion im Vorgänger noch gezielt eingesetzt, so ist das hier mitunter inflationär und raubt gerade dem Finale einigen Bumms. Über den grausigen Computer-Cane legt man besser den Mantel des Schweigens.
Dabei ist Tom Noonan als Cane zwar solide, aber auch nicht mehr und eben ein Standardschurke. Was das Einbinden des jungen Hob (Gabriel Damon) soll, erschließt sich mir nicht. Die Figur bereichert den Film nicht und mir sein Schicksal dann noch als traurig verkaufen zu wollen funktioniert überhaupt nicht. Viele andere Figuren sind eben einfach da, hinterlassen aber wenig Eindruck. Nancy Allen gibt wieder Robos Partnerin Lewis, die auch mal die Initiative ergreift. Und Peter Weller in der Titelrolle macht das, was das Skript ihn lässt. An der Figur wird nicht viel geschraubt und merkwürdigerweise wirkt er hier ungelenker als zuvor.
„Bad language makes for bad feelings.“
Je länger der Streifen läuft, desto mehr fällt er erzählerisch auseinander. Das merkt man an den Längen, dem Verhalten der Figuren und manch verzichtbaren Charakteren, auf die zu viel Zeit verwendet wird. „RoboCop 2“ trifft mit seinem comichaften Ansatz nicht meinen Nerv und ist in dieser Form weit weniger eindrücklich oder unterhaltsam als der Erstling. Auch gehen ihm diverse Komponenten ab, die das Original so großartig machten. Alles wirkt gut zwei Nummern kleiner. Vom Schurken über die Action bis zur Präsentation der Handlung. Und so landet der Cyborg schon mit dem zweiten Teil im Mittelmaß.