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Als Creepypasta bezeichnet man Erscheinungen, Ereignisse oder mysteriöse Begebenheiten, die sich per Internet verbreiten und für Schauer bei der geneigten Gemeinde sorgen sollen. Ein bekannteres Beispiel ist der Slenderman. Ein weitaus weniger populärer Vertreter ist das titelgebende Monster, welches von einem nur vagen Hintergrund umgeben ist. Regisseur Tony Wash scheint wenig daran interessiert, dies mit seinem Beitrag zu ändern.

Als Kinder wurden die Geschwister Ashley und Ben Zeuge, wie ihre Eltern auf bestialische Weise ermordet wurden. Zwanzig Jahre später befinden sie sich bei ihrer Adoptivschwester Nicole, die zur Einweihung der neuen Behausung eine kleine Wiedersehensfeier gibt. Doch Ashley leidet noch immer unter dem Kindheitstrauma und nimmt vermehrt ein dämonisches Wesen wahr…

Mit der Atmosphäre des Einstiegs hätte man auf Dauer leben können, denn dieser spielt in einer einsamen Weihnachtsnacht, in der die Kinder mit der vermeintlichen Existenz eines Dämonen konfrontiert werden. Wobei anfangs nicht ganz klar ist, ob Dads psychisch labiler Patient dahinter steckt oder eine garstige Kreatur ihr Unwesen treibt.

Rund 50 Minuten später ist die anfängliche Hoffnung purer Langeweile gewichen, denn in und außerhalb der großräumigen Hütte spielt sich kaum etwas nennenswertes ab. Die grundlegend labile Ashley, die jede Party innerhalb weniger Augenblicke komplett zum Stillstand bringt, will man als Gast schon mal gar nicht in der Nähe haben, den Kumpel, der bereits reichlich besoffen und mit platten Sprüchen zur Party erscheint allerdings auch nicht.

Kurzum ist kein Sympathieträger auszumachen, eine Identifikationsfigur erst recht nicht und nach einigem unnötigen Gelaber über Pillen, Behandlungsmethoden und moralinsauren Worten über Familie und Zusammenhalt wünscht man sich kaum etwas sehnlicher, als ein entschlossen vorgehendes Blutmonster. Diesbezüglich wird man mit einer Krallenhand während einiger Visionen abgespeist und erst zum finalen Akt wird etwas Mörderisches aktiv, was mit Kehlenschnitten, einem zerfetzten Gesicht und einigen Durchbohrungen einhergeht. Die FX gehen in Ordnung und auch das Design der Unheil bringenden Erscheinung ist okay gestaltet.

Die Einfallslosigkeit des Drehbuchs spiegelt sich dann primär beim Showdown wider, denn der endet komplett unentschlossen, indem er nahezu mittendrin abbricht. Erklärungen für das Erscheinen des Monsters sucht man ebenso vergebens wie für die Motivation des Tötens.
Zudem stößt eine Verhaltensweise während des Finales bitter auf, - sie dient lediglich dazu ein wenig Body Horror einzubinden, welcher immerhin tauglich inszeniert ist.

Unterm Strich langen die 79 Minuten Monsterhorror noch nicht einmal für einen Happen für Zwischendurch, denn nach der anfänglich überzeugenden Atmosphäre dominieren nachfolgend zweitklassige Mimen mit dummen Dialogen in austauschbarer Kulisse, bis das Monster final doch noch ein wenig blutig zuschlägt, dabei jedoch mehr Fragen als Antworten zurücklässt. Ein einfallsloser, wenig durchdachter Beitrag, der die wenigen Sympathiewerte innerhalb weniger Minuten wieder einbüßt.
3 von 10

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