Review

Oh my fucking god, was für ein Titel, was für ein Film: “Jesus Christ Vampire Hunter”. Das muss man sich erstmal auf der Zunge zergehen lassen wie die Oblate beim Abendmahl. Als einigermaßen gläubiger Mensch darf man sich den Film auf keinen Fall ansehen, die “Blasphemie!” Rufe dürften den stimmigen elektronischen Soundtrack übertünchen, der vor allem in den passablen, wenn auch schrägen Kampfeseinlagen zur Geltung kommt.

Ja der Film ist schon Trash deluxe, für Fans des Genres eine gelungene Symbiose aus Bekehrungsversuch, Kampfsport und Action-Horror mit vielen Zeitlupenszenen. Wenn auch der Faktor Horror kaum zur Geltung kommt da der Film zu keiner Sekunde spannend oder gar gruselig ist. Dafür kommen Freunde verqueren Mischmasches voll auf ihre Kosten. Naja, wirklich abwechselungsreich wird es nicht da vor allem die Story um die lesbischen Vampire etwas wirr ist und sich in den knappen 80 Minuten nicht wirklich entwickelt; genauso wenig wie der Charakter des Jesus - das restliche Drumherum ist aber als gelungen zu bezeichnen (für Amateurfreunde, der Rest dürfte sich mit Grausen abwenden).

Was die technische Seite anbelangt: Kameraführung, -einstellungen und Schnitt bewegen sich auf gehobenem Niveau (sieht man einmal von der Nachvertonung ab der die "Hau"-Geräusche ziemlich unreal wiedergibt (wie in den alten Bud Spencer Filmen)). Die Effekte sind … witzig, ja das dürfte es treffen. Technisch bewegen sie sich in unterer Schublade, sind aber recht kreativ gemacht und selten splattrig. Kehlenbisse werden erst nach dem eigentlichen Biss gezeigt, dafür sind die Pfählungen mit Dartpfeilen(!), Pflöcken und sonstigem was das Inventar hergibt ganz nett anzusehen. Wirklich blutig wird es nicht, klar der Saft fließt bei den Ermordungen der Vampire schon, aber echten Splatter gibt es eigentlich nicht. Die Vampire können sich dank OP eines wirklich schrägen Mad Scientist (leider kommt der herrlich debile Typ zu selten zum agieren) im Sonnenlicht bewegen, das spart schon mal Beleuchtung bei Nacht und die stylishen Sonnebrillen kommen auch mehr zur Geltung. Und Jesus erst: erst langhaariger Perückenträger in Kutte, dann ein moderner Kurzhaarschnitt mitsamt Kotletten und Piercings(!), so bringt man der Jugend heutzutage Gottes Sohn näher.

Gar nicht mal so abwegig, sind die “Jesus Freaks” doch auch etwas … gelinde gesagt durchgeknallt, dennoch gläubige Menschen. Ob der Regisseur dies ist wage ich zu bezweifeln, wird Jesus zwar nicht wirklich durch den Kakao gezogen (trotz Mel Brooks Geschichte der Zeit like Tanzeinlage), wirkt auch als Charakter sowie als Darsteller sympathisch - dennoch ist der Gottessohn keine Person die in einem (Vampir)film(!) auftauchen sollte. Schade das es wie gesagt keine wirkliche Entwicklung seines Charakters gibt und die Story um die Vampirjagd nicht so viel hergibt. Dafür wird man aber durch coole Ideen (u.a. siehe die Pfählungsarten), angenehm choreographierten Kampfsporteinlagen und sexy Girls (die eine im roten Latexkostüm ist echt lecker) unterhalten. Sehr schön fand ich die Idee - Kenner der Bibel wissen um die Stelle wo Gott durch einen brennenden Dornenbusch redet - Gott durch ein (animiertes) Eis(!!!) mit Kirschen (als Augenersatz) reden zu lassen. Zeigt irgendwie doch von Bibelkenntnis. Man sollte den Film auch als Christ nicht zu Ernst nehmen dann hat man seinen Spaß!

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