Review

Bewertung für Staffel 1:


"Wir haben den besten Job der Welt, wir reisen herum, lernen neue Leute kennen und bringen sie dann um!"

Kurzes Zitat aus der Serie, gesprochen von Cha Cha (Mary J. Blige) an ihren Kompagnon Hazel, beide ihres Zeichens Killer aus der Zukunft.

Nach der genialen Graphic Novel "The Umbrella Academy" vom ehemaligen Leadsänger der Band "My Chemical Romance" Gerard Way bastelte Steve Blackman mit Jeremy Slater das Drehbuch dieser Serie.

Plot (etwas Fantasie vorausgesetzt):am 1.10.1989 werden weltweit 43 Kinder spontan geboren, deren Mütter am Morgen des Tages noch nicht schwanger waren. Den Kinder werden ungewöhnliche Fertigkeiten zugeschrieben, sodass ein seltsamer verschlossener Milliardär namens Sir Reginald Hargreeves versucht, so viele wie möglich davon zu adoptieren, es gelingt ihm, insgesamt sieben davon für seine Umbrella Academy zu gewinnen. Hart- und kaltherzig bildet er die Kinder aus und zwingt sie zu Höchstleistungen, damit sie später einmal die Welt retten können. Diese Härte treibt die meisten der Kinder bis auf Nummer 1, Luther, aus dem Haus. 15 Jahre danach treffen sich die nun Erwachsenen in Hargreeves Anwesen, weil ihr Ziehvater urplötzlich verstarb.

Die handelnden Personen sind: Sir Reginald Hargreeves (Colm Feore), Grace (Jordan Claire Robbins) das "Hausmädchen", die die Mutterrolle übernimmt und ein Roboter ist, Pogo (Adam Godley) ein sprechender Schimpanse und das Faktotum, Nummer 1, Luther (Tom Hopper von GoTH), ein riesiger Muskelberg a´la Hulk, Diego (David Castaneda), der Mann mit den schnellen Messern, Allison (Emmy Raver-Lampman),gefeierter Filmstar, die Menschen geschickt manipulieren kann, Klaus (Robert Sheehan, Mortal engines) kann mit den Toten reden, und Vanja (Ellen Page, Juno), die keine herausragenden Superkräfte hat aber dafür Violine spielt.

Nicht dabei sind Nr. 6, Ben (Ethan Hwang) der sich in ein tentakelschwingendes Monster verwandeln konnte, aber früh verstarb. Er begleitet als Geist ständig Klaus. Dieser ist von den Toten um ihn so genervt, dass er sich regelmäßig mit allen habhaften Rauschmitteln zudröhnt. Und dann wäre da noch Nummer 5 (Aidan Gallagher), der auch in jungen Jahren spurlos verschwand, konnte er doch durch Raum und Zeit teleportieren.

Dann gibt es noch die Killer aus der Zukunft, Cha Cha (Mary J. Blige, mit einer genialen Synchronstimme, allen sicher bekannt von Lois aus Malcolm mittendrin) und Hazel (Cameron Britton), sie reisen per schwarzem Lederkoffer durch die Zeiten und erhalten ihre Aufträge per Rohrpost von der "Kommission".

Bei der Zusammenkunft von Luther, Allison, Klaus und Vanja erscheint plötzlich Nr. 5 durch einen Zeitsprung und erklärt den Anwesenden, dass die Welt in wenigen Tagen untergehen wird und sie alles tun müßten, dies abzuwenden.

Soweit der Beginn der Geschichte, ich habe mir die Serie in 2 Tagen hineingezogen, so fesselnd ist der Verlauf. Die Lebensgeschichten der handelnden Personen werden als Info eingespielt, wann es die Dramaturgie nötig macht, ohne das Ende zu spoilern.

CGI, Kameraführung, Farbgebung, alles vom Feinsten und wie von einem Kassenknüller von Marvel oder DC. Drehbuch, Handlung, Dialoge, bzw. Synchro...allererste Sahne. Die Handlung spielt rein rechnerisch ca. 2016, jedoch in einem Paralleluniversum, denn es gibt keine Handys oder I-Phones oder Computer und Tablets, sondern nur die guten alten Telefone. Setting mit den alten Autos so wie in den 60ern in Amerika. Aber auch neuere Modelle kommen vor. Praktisch zeitlos, so wie etliche Gegenden in den USA heute noch aussehen. 

Wer Watchmen - die Wächter mochte, kann an dieser Serie nicht vorbei.
9 von 10 Glasaugen.

Nachsatz mit muy muy Spoilerwarnung!!

Die fiesen Rollen sind mit Kate Walsh (Grey´s Anatomy) als Kommissarin mit Zeitreisekoffer (fast wie eine blonde Mary Poppins ohne Schirmchen) und John Magaro als undurchsichtigen vermeintlichen Tischler besetzt.
Der gesamte Cast bringt Höchstleistung, bester ist allerdings der charismatische Nr. 5 (Aidan Gallagher, 15) als Zeitreisender, mit einem Lebensalter von 58 Jahren und einem Aussehen wie ein 13.-jähriger Junge mit kurzen Hosen. Er bringt den zynisch schwarzen Humor eines weisen alten Mannes in die genialen Dialoge. Tom Hopper, ein Riese von Mann, trainiert und mit eisernen Muskeln (Game of Thrones)  wie selten ein Darsteller, ein eyecandy für die Damenwelt (siehe Bericht und Fotos in men´s health) wurde zusätzlich noch in ein Musclesuit gesteckt, sodaß er an Hulk erinnert. Leider quetscht seine Kleidung manchmal die Schaumstofffüllung seiner Oberarme völlig zusammen, was einen Realisten und Filmfehlersucher wie mich irritieren kann. Ellen Page wiederum hat die undankbare Rolle der familiären Aussenseiterin, scheinbar ohne Superkräfte, zu 95 % Spielzeit ungeschminkt und leidlich frisiert, mit dauerdepressiver Trauermiene.

 
 

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