It's Raining... Superheroes!!!
Wie eine unberechenbare und erstaunlich frisch wirkende Mischung aus den „X-Men“, „Zurück In Die Zukunft“ und „Doom Patrol“ wirkt die erste Staffel von „The Umbrella Academy“ auf Netflix. Die Geschichte ist komplexer als man meint - doch im Grunde geht es um sieben am gleichen Tag geborene, aber sehr unterschiedliche „Helden“, die in einer Art Internat von ihrem Ziehvater gedrillt und auf übermenschliche Herausforderungen vorbereitet wurden - wie den scheinbar bevorstehenden Weltuntergang, den es nun zu verhindern gilt! Und dabei gibt es wilde Zeitsprünge und romantische Verwicklungen, dramatische Todesfälle und überraschende Kräfte, Zwiste unter Geschwistern und Lektionen fürs Leben.
Was „The Umbrella Academy“ aus dem Wust an Superhelden heraushebt und die Serie zu einer echten Empfehlung macht? Und was vielleicht noch nicht zu 100% rund läuft?
REGENSCHIRM
+ coole Truppe
+ kreative Titeleinblendungen
+ gute Besetzung fast durch die Bank
+ Klaus rockt!!!
+ Idee wirkt frisch oder zumindest aus neuem Blickwinkel betrachtet
+ starke Effekte (nicht nur für TV-Niveau)
+ unfassbar gute Musiknutzung; klasse Soundtrack
+ gute Balance aus Ruhe und Action
+ durchaus erstaunliche Charakterentwicklungen
+ überraschend romantische Passagen
+ Zeitsprünge und viele Ideen lassen die Serie nie in den Leerlauf schlendern oder berechenbar wirken
+ fieser (guter) Cliffhanger
+ fühlt sich intimer und persönlicher und familiärer an - obwohl auch hier die Welt auf dem Spiel steht
+ kaum Längen
+ Hazels sehr süße, ungewöhnliche Romanze
+ Donuts!!!
+ Helden nicht überpowert
+ noch enorm viel Potenzial
+ den Comics treu; extrem gut umgesetzt
+ sehr interessante Nebenfiguren
+ im Grunde die mit Abstand beste „Dark Phoenix“-Verfilmung bisher ;)
SONNENBRILLE
— manch eine Folge etwas zu lang
— Mary J. Blige ist einfach weder eine gute Darstellerin noch glaubhafte Kämpferin
— nicht alle Mitglieder der Truppe bekommen gleich viel Zeit ab
— etwas vorhersehbar in Teilen der Story
— sehr wenig echte Abenteuer, Missionen oder etwas aus der Kindheit
— vielleicht die ein oder andere Figur zu viel
— Ellen Page kann etwas nerven
— von den restlichen über 30 (!) „begabten Babies“ sieht und hört man noch null
— könnte etwas härter und böser sein (erst recht wenn man etwa mit „The Boys“ vergleicht)
Fazit: interessante Figuren, exzellente Musikwahl und -benutzung, top-notch Effekte, eine sehr gut anziehende, zusammenfindende Story, sympathische Darsteller und eine ideale Umsetzung der Comics, die lange als Geheimtipps galten - „The Umbrella Academy“ wirkt positiv anders und locker, fun und cool, bringt frischen Wind in ein oft sehr abgenutzt wirkendes Genre und beweist sich als weiterer formidabler Serienhit beim großen, roten N! Und es ist sogar noch massiv Potenzial nach oben da. Ich will wissen, wie's weitergeht. Nice! (8,5/10)