Vor etlichen Jahren - da bin ich mir ziemlich sicher - hatte ich diesen Streifen schon mal gesehen. Und ich muss gestehen, dass ich neulich im TV über „Bullitt" nochmals stolperte, ohne mich richtig an den Inhalt erinnern zu können. Klar, die Autoverfolgung, die wohl längste in der Filmgeschichte, das wird immer wieder gern herausgekramt. Aber als ich den Film jetzt erneut guckte, war mir schon klar, warum nicht so viel haften blieb. Denn trotz solider Schauspielerei und gut beginnender Story ist leider nur ein Durchschnittsfilm herausgekommen, und das auch noch mit Steve McQueen. Ich weiß nicht, aber irgendwie - es wurde schon an anderer Stelle gesagt - wirkt der Streifen aus heutiger Sicht auf den Betrachter eher antiquiert als klassisch.
Bullitt ist ein Cop, der mit seinem Team ein Spezialauftrag erhält: Er muss im Auftrag eines Politikers einen wichtigen Kronzeugen beschützen. Doch dies misslingt, der Mann wird in seinem Hotelzimmer angeschossen, wenig später stirbt er im Krankenhaus. Um ungestört weiter ermitteln zu können, vertuscht Bullitt seinen Tod und flieht mit dem Leichnam aus dem Hospital.
Ich mag ja eigentlich die 60er und 70er Krimis bzw. Actionfilme, doch Bullitt baut trotz eines anfangs spannenden Szenarios im weiteren Verlauf ab. Die überraschende Wendung (der Ermordete ist ein anderer) kann dieses Manko auch nicht übertünchen, denn allzu zäh zieht sich die Story bis zu diesem Punkt hin. Da kommt die Autojagd als Muntermacher gerade recht, denn wenn aus heutiger Sicht auch hier alles sehr einfach aussieht, wars damals doch ne Heidenarbeit (und McQueen soll doch nicht alles selbst gemacht haben, aber kann man der allmächtigen Wiki trauen?) Fans alter Ami-Schlitten kommen aber auf alle Fälle auf ihre Kosten.
Fazit: Für einen Thriller zuwenig Thrill, für einen Actionfilm zu wenig Action, die Mischung aus beiden kann also auch nicht aufgehen, aber das Ansehen hat auch nicht geschadet (6,5/10)