Review

Eine tolle Figur, dieser Shazam. (Achtung es folgt ein milder SPOILER zur Grundkonstellation des Films). Denn dieser Superheld in klassisch engem Fummel nebst Cape ist ein 14-jähriger Junge, der immer dann auf Mannesgröße wächst, wenn er eben das Wort "Shazam" ausspricht. Trotzdem steckt in dem Männerkörper immer noch ein Kid. Also "Big" mit Superkräften.
Das birgt natürlich jede Menge Potenzial für witzige Situationen und die gibt es zuhauf. Haben uns prächtig amüsiert.
Allerdings nimmt der schwedische Regisseur David F. Sandberg ("Lights Out", "Annabelle 2") dafür reichlich Anlauf und landet so schließlich bei 132 Minuten. Bis es richtig shazamig wird, dauert es ein Weilchen. Vorher gibt es Harry-Potter-ähnlichen Zauberermief, der den großartigen Djimon Hounsou in einer wirklich peinlichen Klischee-Rolle als alter Wizzard mit sooo nem Bart verheizt und zudem gewaltig auf die "armes Waisenkind"-Tränendrüse drückt.
Punktabzug leider auch für Mark Strong, der als Bösewicht keine Akzente setzen kann und mit einem einzigen Gesichtsausdruck durch den ganzen Film kommt.
Bei den Kids setzt Jack Dylan Grazer als Sidekick Freddy die Highlights, Asher Angel als junger Hauptdarsteller bleibt einem relativ egal. Ob er das nächste mal wieder dabei ist oder ein anderer, ist Latte. Das gilt allerdings nicht für Zachary Levi als erwachsener Shazam. Der ist wundervoll und spielt mit sichtbarer Freude und großem Charme diese dankbare Rolle, in der ein Darsteller dem Affen so richtig Zucker geben kann.
Die Effekte sind gut, die sieben Todsünden als Thema nicht gerade schreiend originell, aber eindrucksvoll umgesetzt.
Nachdem der Film sich für die Origin-Story ordentlich Zeit genommen hat, könnte ein zweiter Teil richtig auf die Kacke hauen. Wenn er so amüsant wird, wie der erste und sich ein paar Längen und Tränenzieher vermeiden lassen, bin ich auf jeden wieder am Start.
Sieben Punkte.

Details
Ähnliche Filme