Grace (Samara Weaving) hat's geschafft. Die Hochzeit mit dem Traummann steht bevor, dass seine Familie stinkreich ist, ist ein netter Nebeneffekt. Doch die Hochzeitsnacht auf dem herrschaftlichen Anwesen verbringen die beiden nicht im Bett, denn die Familientradition will es, dass um Mitternacht gespielt wird. Was Grace aber noch nicht weiß: verliert sie, stirbt sie.
Samara Weaving steht hier klar im Mittelpunkt und reißt ihre Rolle sauber runter. Eine 90-minütige Abwärtsspirale, in der die Braut in Die-Hard-Manier ums Überleben kämpft. Dabei geht ihre Entwicklung nicht sprunghaft voran, Grace passt sich nach und nach der Situation an.
All das geschieht innerhalb schöner Sets, das Herrenhaus hat da schon ein gewisses Flair und eignet sich für so ein Szenario natürlich gut. Trotzdem bleibt das Gefühl, dass man die Umgebung nicht so einfallsreich genutzt hat, wie man es von so einem verwinkelten Bau erwarten könnte. Immerhin ist das Interieur schön ausgestattet und bietet eine atmosphärische Kulisse.
Der Humor ist mitunter schwarz angehaucht, das zwischendurch ausartende Gefluche hätte es allerdings nicht gebraucht. Da funktioniert der running gag mit dem Personal schon eher. Auch krankt der Film an einer gewissen Unentschlossenheit. Er versucht eben einerseits witzig zu sein, kann auch als Satire auf eine dekadente Überoberschicht gesehen werden, würde ohne dies aber auch als knackiger Horror funktionieren. So pendelt er eben dazwischen und ist dabei ausreichend suppig geraten. Die Geschichte hätte ohne den vorwegnehmenden Prolog aber noch eine Spur besser funktioniert. Hinzu kommt, dass die Bonzen-Baggage insgesamt recht behäbig agiert. In dieser finden sich unter anderem Andie MacDowell und Adam Brody wieder.
Laune macht „Ready or Not – Alberner deutscher Titel drangeklatscht“ trotzdem. Samara Weaving spielt die Braut richtig gut und die effektreiche und nicht allzu zimperliche Inszenierung tun ihr Übriges, um einen unterhaltsamen Horror mit humoristischem Einschlag zu zaubern.