Am Abend ihrer Hochzeit setzt Alex, der jüngste Sproß der wohlhabenden Familie Le Domas, seine frisch angetraute Braut Grace über eine alte Tradition in Kenntnis, auf die seine Verwandtschaft allergrößten Wert legt: Um Punkt Mitternacht versammeln sich sämtliche Familienmitglieder in einem geheimen Raum ihres abgeschiedenen Luxus-Anwesens, um gemeinsam ein zufällig ausgewähltes Spiel zu spielen... von Dame bis Schwarzer Peter ist alles drin. Dummerweise zieht Grace die "Hide and Seek"-Karte, welche besagt, dass das neu angeheiratete Familien-Mitglied bei einer Runde Verstecken aufgespürt und bis zum Morgengrauen - zwecks der Erfüllung eines satanischen Paktes, den ein Vorfahre geschlossen hat und dem die Le Domas ihren Wohlstand verdanken - rituell geopfert werden muss... Die beiden größten Pluspunkte mit denen "Ready or Not - Auf die Plätze, fertig, tot" wuchern kann, sind zum einen die High-Concept-Prämisse, die simpel genug ist, um sie schnell zu kapieren und genügend Drive entwickelt, um anderthalb Stunden Laufzeit ohne jeden Durchhänger über die Runden zu bringen... und zum anderen Hauptdarstellerin Samara Weaving - die Margot Robbie des kleinen Mannes - die hier bereits auf dem Poster mit Brautkleid und Elefanten-Flinte zur neuen Genre-Ikone hochstilisiert werden soll und im Laufe der Handlung als Horror-Heldin nach Maß kräftig austeilt und einsteckt. Alles andere an dem Streifen, dem man permanent anmerkt, dass das Radio Silence-Regie-Gespann Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett bereits während der Konzeption ein wenig zu sehr in Richtung "Kultfilm mit Ansage" geschielt hat, ist leider sehr viel weniger berauschend: Da ist die Action an sich mal eher nicht der Rede wert, Witz und Situationskomik halten sich nach dem Motto "Gewollt, aber nicht gekonnt" echt in Grenzen und bis auf den voller spritziger Körperexplosionen steckenden Schluss isser auch nicht besonders blutig geworden, was die Gore-Bauern sicher kräftig enttäuschen dürfte. Die Chose steht demnach nicht unbedingt in der Tradition eines "Tanz der Teufel II" oder "Die Killerhand", stattdessen ist hier seichte Unterhaltung im Beinahe-Mainstream-Bereich angesagt. "Ready or Not - Auf die Plätze, fertig, tot" mag also durchaus der anvisierte Crowdpleaser sein, aber es kommt doch auch ein kleines bisschen darauf an, welche Crowd da gepleased werden sollte... nämlich leider doch nur exakt dieselben Nulpen, die sich in 'nem Festival-Rahmen auch schon an einem ähnlich gelagerten und vergleichbar mittelmäßigen Filmchen wie "You're Next" berauscht und dieses anschließend über Gebühr hochgejubelt haben! Wer von einem Genre-Streifen (auch aus dem Bereich "Horror-Comedy") hingegen neue Ideen oder auch nur einen Hauch von Substanz erwartet, der guckt hier in die Röhre und dürfte das Ganze allenfalls noch mit einem Achselzucken zur Kenntnis nehmen. Fazit: Der nächste Möchtegern-Classic, nach dem mittlerweile schon kein Hahn mehr kräht...
5/10