Der Mann mit den Röntgenaugen ist meiner Ansicht nach Roger Corman's Bester Film, wenn man bedenkt, dass ich nicht so viele Filme des bekannten B-Movie-Regisseur kenne.
Besonders gut gefällt mir an diesem Film die außergewöhnliche Geschichte, das ein Wissenschaftler, der hier grandios von Ray Milland dargestellt wird, mittels einer Substanz in der Lage ist durch Dinge und Menschen hindurchzuschauen... aber die Sache hat natürlich einen Haken, nicht nur das der Wissenschaftler aus Geldgier ausgenutzt wird sondern auch weil sich dieser Effekt nicht mehr rückgängig machen lässt...im Gegenteil er verstärkt sich immer mehr, was zur Folge hat, dass unser Leidtragender sein Augenlicht verlieren wird.
Es ist eine Story, wie sie eben nur damals von vor 1970 gesponnen wurde und auch stark an die ganzen Filme mit Wissenschaftlern und ihren schiefgehenden Selbstversuchen wie zum Beispiel Der Unsichtbare oder 4D-Mann etc. erinnert und ein bisschen wirkt, als wolle man den Zuschauer vor dem Fortschritt warnen.
Der Mann mit den Röntgenaugen wirkt allerdings meiner Ansicht nach keineswegs sonderlich überzogen, wenn nicht gar wie ein herkömmlicher Science Fiction-Film... im Gegenteil... mir erscheint der Film sehr ernst, gespickt mit Elementen eines Dramas, das nicht nur darauf abzielt den Zuschauer zu unterhalten.
Auch empfinde ich Der Mann mit den Röntgenaugen nicht als einen A-typischen Film von Roger Corman, dem man ja eher leichte wenn nicht gar fast trashige Filme wie Sador - Herrscher im Weltraum oder billige Gruselfilme wie Die Wespenfrau zuordnet... da meines Verständnisses nach Corman bei Der Mann mit den Röntgenaugen doch eher Wert auf eine gewisse Realitätsnähe und sogar Ästhetik in seinen Bildern legte... und auch die Effekte, sprich die Darstellungen aus der Sicht des Mannes mit den Röntgenaugen wirkten nicht unbedingt übertrieben oder gar unglaubwürdig....
Ich finde das der Film Der Mann mit den Röntgenaugen eigentlich weniger in das Bild eines Low-Budget-Filmes als Corman passt... da es hier auch mehr als nur um den pump klingenden Titel des Filmes geht... es geht ebenso um Freundschaft und Vertrauen und um eine Leidensgeschichte, die nicht so wirkt, als würde man sich über das Opfer lustig machen... und auch wurde der Film nicht zu reißerisch in Szene gesetzt, sondern geht sogar recht behutsam mit dem Leidtragenden um.
Ich würde diesen Film viel eher in das Genre des Science Fiction-Dramas einordnen als in die Gruselfilm- Mystery-Ecke.... dazu ist der Film auf seine Weise viel zu intelligent - ob das nun so ein Eindruck beabsichtigt war, weiß ich natürlich nicht ...
Es kann natürlich sein, dass ich den Film völlig falsch interpretiere, mehr aus ihn heraushole, als in ihm wirklich drinnen ist und den gewissen Anspruch mir nur einbilde... allein Roger Corman weiß natürlich was er mit seinem Film bezweckte, ob es einfach nur ein reiner Unterhaltungsfilm sein soll oder ob er doch vielleicht ein wenig zum Nachdenken bewegen wollte... auf jeden Fall hat er es geschafft, dass es unterschiedliche Meinungen auch aus verschiedenen Gründen zu seinem Film gibt.
Natürlich muss sich jeder sein eigenes Urteil bilden... aber egal wie dieses bei jedem einzelnen von uns auch ausfällt., es ist ein Film mit einer außergewöhnlichen Story, die neugierig macht und in die man entweder etwas hineininterpretieren kann oder auch nicht...