Review
von Leimbacher-Mario
Jetzt bin ich geScott Adkinsed!
Lange Zeit habe ich mich um die (überraschend beliebten) Action-B-Movies von Scott Adkins gedrückt. Nicht aktiv, aber es ist einfach so passiert, dass ich in dieser „Nische“ noch nicht allzu oft gelandet bin. Klar habe ich sie wahr genommen und seine Auftritte u.a. in „Doctor Strange“ oder „The Expandables“ gesehen, auch die „Undisputed“-Reihe habe ich daheim und mag sie sehr. Aber von den einzelnen Actiontiteln aus diesem Jahrzehnt, von „Pay Day“ bis „Savage Dog“, mit denen er sich für viele zu einem echten B-Movie-Favoriten gekeilt hat, habe ich schmerzlich wenige gesehen. „Universal Soldier: Day of Reckoning“ und „Triple Threat“ nehme ich da jetzt mal raus, da es nicht nur „seine“ Filme waren. Doch irgendwie hatte ich gestern Abend, nach einer langen Arbeitswoche, irgendwie Bock auf knallharte, oldschoolige, entspannende Action. Und da kam mir „Avengement“ genau recht - und ich hätte mich wohl kaum besser entscheiden können!
In dem knüppelrauen Actioner, mal wieder von Langzeitkollaborateur Jesse V. Johnson inszeniert, verschafft sich ein durch Narben gezeichneter Haftinsasse Freigang, da seine Mutter gestorben ist und er noch die ein oder andere Rechnung offnen hat. In Rückblenden erfahren wir dann Stück für Stück, wie er zu dieser wütenden, abgestumpften Kampfmaschine geworden ist und warum man auf seiner Seite sein sollte... Wie gesagt, ich habe noch etwas aufzuholen was den Kampfstar Adkins und seine Arbeit angeht, aber dass „Avengement“ zu den besseren Titeln gehört, zu denen man da greifen kann, da bin ich mir irgendwie jetzt schon sicher. Adkins darf nicht nur spektakulär austeilen, ihm wird auch die Chance gegeben Entwicklung und Schauspiel zu zeigen. Und die nutzt er bravurös! Das Ganze wirkt oft wie eine Mischung aus „Bronson“ und dem typischen Adkins-Prototyp-Vehikel, was definitiv einen Schritt vorwärts bedeutet. Zudem sind die Fights wie zu erwarten brachial, die Härte ist nicht von schlechten Eltern und der Synthie-Score hat überraschend nach vorne gepusht. Das ist alles schon brachial kurzweilig. Schön zu sehen, dass solche Dinger scheinbar nicht mit den Videotheken aussterben und im Streaming weiterleben. „Avengement“ kann man nur empfehlen und spätestens nach dem finalen Pub-Brawl will man mehr dieser Art sehen und vielleicht auch ein paar der etwas mediokreren Adkins-Bömbchen nachholen. Achtung: auf Netflix lief er lange Zeit umgeschnitten, mittlerweile nicht mehr. Daher: besser zur UK-Blu-ray greifen. Denn den in der Sammlung zu haben, schadet ganz sicher nicht!
Fazit: besser spät als nie - gibt mir mehr Scott Adkins! „Avengement“ ist (vor allem in der Uncut-Fassung) fausthartes, furztrockenes Action-Videotheken-Kino. Oder heute: eine harte Streamingperle die jeden Feierabend versüßt. Die beste Performance von Adkins bisher? Ich würde zustimmen. Der nächste Männerabend kann kommen!