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Jamie Foxx (Miami Vice, Gesetz der Rache) war hier noch ein kleines Licht am Filmhimmel und versucht in die Fußstapfen von Will Smith oder Eddie Murphy zu schlüpfen. Leider ist "Bait - Fette Beute" einmal mehr ein durchschnittlicher auf Hochglanz polierter Actionfilm, der eine Kinoauswertung kaum wert ist. Gerade nach dem actionreichen "The Replacement Killers" war von Antoine Fuqua (Shooter, King Arthur) einiges zu erwarten, um so größer war natürlich die Enttäuschung.

Alvin Sanders (Jamie Foxx) und sein Bruder Stevie (Mike Epps) halten sich mit kleinen Diebstählen über Wasser. Doch beim Klau von Garnelen wird Alvin erwischt und landet im Knast. Dort ist er einen Tag mit Jaster (Robert Pastorelli) in einer Zelle, der war mit dem Hacker Bristol (Robert Hutchison) an einem Raub von 42 Millionen Dollar in Gold beteiligt und hinterging Bristol. Finanzfahnder Edgar Clenteen (David Morse) will sich Bristol schnappen, doch Jaster stirbt kurze Zeit später an seinem Herzleiden. Nun muss Alvin herhalten, denn Clenteen will ihn als Lockvogel einsetzen. Dafür wird ihm ein Sender in den Kiefer implantiert und das Gerücht verbreitet, Alvin wüsste wo Jaster das Gold versteckt hat. Schon bald schwebt Alvin in Lebensgefahr.

Schon die Tatsache, dass man es hier nur mit einem Gegner zu tun hat, lässt die Hoffnung des Zuschauers schwinden. Trotzdem darf "Bait" ordentlich beginnen mit dem Einbruch und der kurz darauf folgenden Flucht von Jaster. Dann bekommen wir mit Alvin einen ziemlich nervigen Hauptcharakter vorgesetzt. Seine Sprüche sind von gestern und allein schon die Tatsache, dass er Garnelen stiehlt reicht aus, um sich ein Bild über ihn zu machen. Mit dem bissigen Wachhund hatte er leider nicht gerechnet und so landet er im Kittchen. Fuquas zweite Regiearbeit sieht zwar stets schick aus, doch es fehlt das nötige Tempo. In der ersten Stunde passiert so gut wie nichts. Alvin wird vom skrupellosen Clenteen als Lockvogel eingesetzt, ohne davon zu wissen und vorzeitig aus dem Knast entlassen. Anstatt gleich ans Eingemachte zu gehen, hält sich Bristol noch zurück. So bleibt Alvin erstmal genügend Zeit, um sein Leben wieder auf die Reihe zu kriegen. Seine Freundin Lisa (Kimberly Elise) hat mittlerweile einen Sohn und Alvin muss sich erst wieder mit ihr versöhnen. Dann geht es auf Jobsuche und es folgt die zweifelsohne witzigste Szene des Films, als sich Alvin in einem Restaurant bewirbt, dass er vor einiger Zeit überfallen hat. Leider wird er erkannt. Aber schön und gut, die ganzen Szenen bringen die Handlung nicht ein Stück weiter. Alvin ahnt nämlich immer noch nicht, dass er durch die Wanze in seinem Unterkiefer stets überwacht wird. Auf jeden Fall wird er seinen Bewachern immer sympathischer.

Es dauert wirklich lang bis Alvin endlich rausbekommt, was eigentlich gespielt wird, nebenbei bekommt er auch noch Ärger mit zwei Kleingangstern, dank seines Bruders Stevie. Die Actionszenen in "Bait" lassen sich jedoch an einer Hand abzählen. Eine kleine Autoverfolgungsjagd, mal eine Rangelei oder Hetzjagd, die Tötung von Clenteens Mitarbeiter und im Finale darf es immerhin einen Endkampf geben. Doch der ist nicht nur hektisch geschnitten, sondern es ist auch so dunkel, dass man so gut wie gar nichts erkennen kann. Alvins Familie ist eigentlich nur dazu da, um von Bristol entführt zu werden, doch der leistet sich im Finale sowieso einige grobe Schnitzer. So muss Alvin nicht nur Bristol abservieren, sondern auch noch seine Familie retten. Hier darf immerhin ein wenig Spannung ins Geschehen finden. Leider muss noch erwähnt werden, dass "Bait" zwei Explosionen enthält und in beiden sichtlich schlecht mit CGI nachgeholfen wurde. Hinzu kommt noch die plötzliche Charakterwandlung von Clenteen, die dem Ganzen noch den Rest gibt. Jamie Foxx will und kann man hier einfach nicht ernst nehmen. Er hampelt sich hier durch dieses dösige Geschehen, Mike Epps (Next Friday, So High) als Bruder Stevie ist da nicht besser. Nur Doug Hutchison (The Salton Sea, Give´em Hell, Malone) kann als Hacker und gnadenloser Killer überzeugen. David Morse (16 Blocks, Disturbia) macht seine Sache auch recht ordentlich, ist aber eigentlich unterfordert. Und die seltsame Wandlung seines Charakters im Finale ist einfach lächerlich.

Ein eigentlich passabler Plot sehr ereignislos umgesetzt. Ein guter Score und eine schicke Optik täuschen nicht über den Mangel an Action und Spannung hinweg. Auch der Humor wirkt oft deplatziert und mit knappen zwei Stundden Laufzeit ist "Bait" viel zu lang geraten.

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