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Cyborgs hatten es Albert Pyun (Cyborg, Nemesis 1-4) schon immer angetan, weswegen es auch in "Heatseeker" um diese Thematik geht. Der Mensch kann sich im Jahr 2019 quasi aufrüsten lassen mit verschiedensten Cyborgtechnologien und gerade die übertriebene Propaganda dafür, darf man fast schon als kleine Sozialkritik verstehen. Im Endeffekt kämpfen die Großkonzerne welche diese Cyborgtechnologien herstellen um die Vormachtsstellung, dem Marketingexperten Tsui Tung (Norbert Weisser) des "Sianon" Konzerns kommt deswegen eine tolle Idee. Er rüstet den Kämpfer Xao (Gary Daniels) mit den neuesten Implantaten auf und will ihn gegen Kämpfer der anderen Konzerne antreten lassen. Auch der Champ Chance O´Brien (Keith Cooke), welcher noch komplett ein Mensch ist, wird in die Sache involviert. Tung lässt seine Freundin und Managerin Jo (Tina Coté) entführen und zwingt ihn so an diesem ungleichen Kampf teilzunehmen. Schließlich soll die ganze Welt sehen, zu was Xao mit Hilfe des "Sianon" Konzerns in der Lage ist zu leisten.
Ein  Kampfsporttunier als Marketingidee, Pyuns absurde Zukunftsvision sollte man nicht ernst nehmen, ganz besonders wenn er versucht uns vorzugaukeln wir befänden uns in Italien, dabei wurde "Heatseeker" komplett auf den Philippinen gedreht.

Die Kulissen machen deswegen nicht sonderlich viel her, vieler Außenaufnahmen von Landschaften oder Gebäuden bedient man sich mehrfach, aber dieser Schuss Exotik lässt den Film zu keiner Zeit billig wirken. Gut gelungen ist besonders die Halle, wo die Kämpfe stattfinden. Aber die Geschichte ist nun mal Banane, was Pyun mit einem hohen Erzähltempo überspielt. Alle paar Minuten gibt es ordentlich auf die Moppe und mit Gary Daniels (Hunt to Kill, Night of Terror) und Keith Cooke (China O´Brien 1-2) haben wir zwei Darsteller, die wirklich gut fighten können. Dabei bleiben ihre darstellerischen Fähigkeiten meist komplett auf der Strecke.
Aber das ganze Drumherum ist ja nur Füllmaterial, um die vielen Kämpfe miteinander zu verbinden und hier hat Pyun ganze Arbeit geleistet. Sonderlich viel verschiedene Kampfstile gibt es zwar nicht zu sehen, aber die Choreographien sind trotzdem hart und spektakulär. Die etwas billigen Cyborgeffekte lasse man einfach außer Acht und genieße das brutale Kampfsporttunier. Dem Genre entsprechend geht es dabei auch nicht mit rechten Dingen zu, denn Tung unternimmt allerhand, um Chance das Leben schwer zu machen.

Chance ist obendrein der einzige richtige Mensch bei diesem Tunier, bis zu fünfzig Prozent Cyborgtechnologie ist erlaubt. Aber er erhält ein wenig Hilfe von Konzernchef Bradford (Thom Mathews), der aber ein Geheimnis hegt. Jedoch mögen die darauf bezogenen Storywendungen im letzten Drittel kaum überzeugen, man ist als Zuschauer eher der Meinung, dass aus "Heatseeker" teilweise Handlungselemente herausgekürzt wurden. Es gibt enorme Sprünge, besonders wenn es auf das Finale zu geht.
Und hier vermag auch "Heatseeker" ein wenig zu enttäuschen, denn unter dem Endkampf zwischen Chance und Xao hätte man sich eine wahre Schlacht gewünscht. Doch leider ist er recht kurz geraten und hebt sich von den restlichen Fights kaum ab.
Zum Schluss noch etwas Kurioses, man beachte Tim Thomerson (Nemesis, Jagd in der grünen Hölle), der hier mit roter Matte eine eher mäßige Vorstellung abgibt. Und wie schon in "Bloodchamp" kann mich Thom Mathews erneut nicht als Kämpfer richtig überzeugen.

Aber das alles hört sich jetzt schlimmer an als es ist, denn der B-Actionfan darf hier bedenkenlos zugreifen. Seine schwache Story überspielt Pyun mit zahlreichen Kloppereien, die es auch wirklich in sich haben, das Tempo ist enorm. Da verzeiht man dieser Mischung "Bloodsport" und "Nemesis" gewisse Lücken und Peinlichkeiten (ein paar schwache Effekte) und lässt sich einfach berießeln.

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