Albert Pyuns Version des Klassikers "Yojimbo" kommt als für eine Handvoll Dollar in Rumänien gedrehte, unterhaltsame Last-Cyborg-Standing Endzeit-Vision daher. Allerdings sollte der Verleih eine Warnung vor den Film setzen, daß er nicht für Zuschauer geeignet ist, die ein großes Budget, explosive Action, oder ausgefeilte Dialoge erwarten. Dieser Film hat nichts von alledem! Wenn man allerdings einen der üblichen Pyun-Heuler erwartet, wird man angenehm überrascht feststellen, daß die Handlung zwar hanebüchener nicht sein könnte, der Film aber einen nicht zu verachtenden Unterhaltungswert besitzt, den ich bei Pyun-Schrott wie Spitfire oder Kickboxer 4 beim besten Willen nicht entdecken kann.
Für Pyun-Liebhaber sind vor allem die hochphilosophischen Dialoge, die eigentlich an Lächerlichkeit kaum zu überbieten sind, und einem Drehbuch des Meisters selbst entstammen, ein Fest! Nicht eine Minute vergeht, ohne daß die nächste tiefschürfende Frage aufgeworfen wird. Auch die Darsteller geben sich redlich Mühe, so hölzern wie möglich zu agieren... man nimmt ihnen die Roboter tatsächlich ab! Oder war das letztenendes gar nicht so gedacht? ;-)
Zugegeben: Die "Effekte" sind das Letzte! Vermutlich wurden sie am PC eines rumänischen Statisten entworfen, der dafür einen Dollar mehr Gage bekommen hat. Tiefpunkt ist hierbei die Bluescreen am Anfang, wenn Rutger Hauer, alias Omega Doom, vor einer einkopierten Atomexplosion, die vermutlich aus einem alten Dokumentarfilm stammt, und mit einem Rotfilter versehen wurde, steht, und man deutlich die Pixel aus der Computernachbearbeitung sehen kann. Aber auch Norbert Weisser als Körperloser Cyborgkopf macht eine tricktechnisch traurige Figur. Stellenweise hat man ihn einfach bis zum Hals eingegraben, um sich die "teure" Nachbearbeitung zu sparen, oder kurzerhand einer Schaufensterpuppe den Kopf abgeschnitten. Trotzdem (oder gerade deshalb?) kommt während des Films eine angenehme Trashstimmung auf. Sieht man den Film in der richtigen Erwartungshaltung, ist er keine Sekunde langweilig.
Für anspruchslose Unterhaltung (und mit ein paar Bier) durchaus empfehlenswert! Ich bin auf eine eventuelle Fortsetzung gespannt. Leider ist aber Rutger Hauers 2-Filme-Vertrag mit Albert (Insider-Gag) schon ausgelaufen, Albert müsste also auf einen anderen Darsteller zurückgreifen. Mein Favorit hierfür wäre... Sue Price ;-)