Unser filmischer Leichenfledderer Albert gräbt für seinen „Omega Doom“ den Plot von „Yojimbo“, „Für eine handvoll Dollar“ und „Last Man Standing“ aus.
Besagter Omega Doom (Rutger Hauer) ist ein Kampfcyborg in einer apokalyptischen Zukunft (kennen wir das bei Pyun nicht von irgendwo her?) und wird gleich am Anfang in einem Krieg Menschen vs. Maschinen gezeigt und nietet vor einem billigsten Bluescreen-Trick ein paar Menschen um, ehe er dann einen Schuss in den Hinterkopf, der ihn umprogrammiert. Hat zwar keinen Nährwert für die Story, aber egal? Dann noch eine Atombombenexplosion aus einem Dokumentarfilm und man weiß: Das wird ein schlechtes Pyun-Werk.
Omega Doom zieht dann als einsamer Wolf durch die Welt und kommt in einem ehemaligen Vergnügungspark an, indem sich zwei Banden von Cyborgs bekriegen. Obwohl es in diesem Film nur 10 oder 12 aktive Schauspieler gibt, darf man sich hier an einer Unmenge osteuropäischer Statisten erfreuen, die als Dahingemetzelte doof in der Gegend rumliegen. Doch die Aufnahmen vom Vergnügungspark sind ganz nett und recht gut gemacht, so dass ein Funken Hoffung aufkeimt.
Doch Pustekuchen: Wenn Omega Doom die rivalisierenden Banden mit der unglaublichen Stärke von jeweils drei oder vier Mitgliedern gegeneinander ausspielt und fast den kompletten Film über pseudo-philosophisch daherschwätzt wird das Gerangel mit vorhersehbarem Ende zusehend langweilig.
Denn im Gegensatz zu den guten Albert-Filmen gibt es hier kaum was Action... nein, besser gesagt passiert kaum etwas in dem Film. Die meiste Zeit über wird dahergeschwätzt und philosophiert, dass es nur noch anödet und das bei einer Länge von nur ein wenig mehr als einer Stunde. Zudem sind die meisten Storyelemente geklaut und auch der anfangs phantasievoll erscheinende Schauplatz rückt in den Hintergrund. Hinzu kommen noch klägliche Versuche von Selbstironie (Barszenen, in denen Cyborgs Wasser anstelle von Whiskey saufen) und der dümmliche Running Gag mit dem Cyborg-Kopf, der einen Körper braucht.
Doch am allerschlimmsten ist die „Action“, obwohl man sie gar nicht so bezeichnen kann. Es gibt nur eine Kampfszene am Ende und die besteht nur aus Nahaufnahmen der Kontrahenten und weiten Shots des Kampfes im Halbdunkel (vermutlich um zu kaschieren, dass B-Film-Opa Rutger Hauer nicht selbst kämpft). Davor hat man das Gefühl Hauer versuche seine Gegner tot zu quasseln oder es kommt zu kurzen Mexican Standoffs, in denen Hauer sein Messer immer flinker als der Gegner wirft. Die Wurfmesser verwandeln sich im Flug in Lasergeschosse (warum auch immer), was dann mit einer Tricktechnik gemacht wird, die ungefähr auf Höhe von „Krieg der Sterne“ ist. Auch die restlichen Effekte sind zum Brüllen komisch: Miese Bluescreen-Montagen, peinliche Versuche den sprechenden Kopf zu zeigen und eine Szene, in der man ganz deutlich das Seil sieht, an dem die angeblich durch den Raum geworfene Darstellerin hängt.
Darstellerisch ist „Omega Doom“ auch allerunterste Kajüte, wobei die Anzahl der Schauspieler eh gering ist (und einige davon noch unter Masken verborgen sind). Auch die Frage, wo auf einmal die letzten beiden Mitglieder der einen Gang sind, wird nicht richtig beantwortet, aber zu dem Zeitpunkt ist der Film eh schon verhunzt.
Ganz schlechter Pyun-Streifen mit schöner Location, aber null Action und zuviel blödem Gelaber.