Bereits früh als Projekt angesagtes und auch in Back-to-back-Beschaffung mit Escape Plan 2: Hades (2018) gedrehtes weiteres Sequel zu einem vor allem in China erfolgreichen Originalfilm, der entsprechend diesem Hintergrund auch vermehrt auf das in den letzten Jahren stark gewachsene Filmland ausgerichtet und folgerichtig mit zunehmend inländischen Darstellern und Unterstützung dortiger Produktionsfirmen gehalten ist. Ehedem mit dem Zusatztitel Devil's Station als dem Namen des hiesig zu stürmenden Gefängnisses gehalten, später im Marketing mit The Extractors (ohne numerischen Beisatz) und so dem Fokus auf den Trupp um Stallone als Schwerpunkt und einer nahezu Ignoranz von Hades versehen, hat man sich trotz der eher Unbeliebtheit des zweiten Teils dennoch mit einigen Erwartungen beim Publikum generiert:
Der Sicherheitsexperte Ray Breslin [ Sylvester Stallone ] und sein langjähriges Team, die Freundin und Mitarbeiterin Abigail Ross [ Jaime King ] und der Computerfachmann Hush [ Curtis "50 Cent" Jackson ] bekommen kurz hintereinander gleich zwei Besuche von chinesischen Männern. Von Shen Lo [ Max Zhang Jin ], dem ehemaligen Bodyguard der kürzlich entführten Milliardärstochter Daya Zhang [ Malese Jow ], und von Bao Yung [ Harry Shum Jr. ], der jetzt für ihre Sicherheit zuständig war und bei der Verhinderung des Kidnappings gescheitert ist. Hinter der Aktion steckt Lester Clark Jr. [ Devon Sawa ], der sich nach dem 'Verschwinden' seines Vaters und aus entsprechend familiären Gründen speziell an Breslin rächen will und dafür auch die Gegenwehr von Dayas Vater, dem schwerreichen Kriminellen Wu Zhang [ Russell Wong ] auf sich nimmt. Breslin, der das 'Angebot' der Herausforderung annimmt und sich auf die Befreiung der jungen Frau nach Osteuropa in das berüchtigte 'Devil's Station' aufmacht, bittet vorher seinen Freund Trent DeRosa [ Dave Bautista ] um Unterstützung.
"Lot of fathers here."
Versprechen, die gemacht worden (und auch eingelöst) sind beinhalten vor allem eine diesmal deutlichere Präsenz der eigentlich bekannten Darsteller wie eben 'Sly' und natürlich auch Bautista, aber auch mehr Prägnanz im schauspielernden Rest, dazu mehr Offensivitem im Gebaren und mehr Bodenständigkeit; also die Vermeidung der Fehler, die dem Vorgänger angelastet wurden und für dessen schlechten Ruf verantwortlich sind. Zusätzlich ist hier mit John Herzfeld im Gegensatz zu Stephen C. Miller dort auch ein Mann hinter der Kamera vorhanden, der tatsächlich mal für die große Leinwand gewerkelt hat, und um ehrlich zu sein: Viel Auswahl abseits der DtV-Produktionen von Willis oder dem (besseren) Œuvre von Adkins hat der Fan von halbwegs solide finanzierter Armed and Ready - Action für die heimische Stube sowieso nicht. Außerdem ist der Zeitpunkt des Einäugigen unter den Blinden günstig, startet man (bei Dreharbeiten ursprünglich im September 2017) doch kurz nach den ersten bewegten Marketingbildern von Rambo – Last Blood und ist das Publikum sowieso auf weiteres Prozedere und die gute alte rabiate Unterhaltung hungrig und erpicht.
Woran die Filme aus der Schmiede vom EFO, also Emmett/Furla/Oasis Films und dies in Verbindung mit üblicherweise Grindstone und Lionsgate (und für den asiatischen Markt auch die dort ansässige junge Leomus Pictures usw.) schon von Weitem leiden, ist eine gewisse abschlägige Preiswertigkeit, die bei einem durchaus soliden Budget um die jeweils 20 Mio. USD gar nicht so auffällig sein müsste, aber zumeist durch die Wahl der Schauplätze – oftmals unattraktive Innengebäude, die auch noch verhangen sind und wie mit der ärmlichen Funzel ausgeleuchtet – und überhaupt ein spezieller Licht- und allgemein Helligkeitsmangel gegeben ist. Die Werke sehen oftmals aus wie des Nachts im Schuppen nebenan gedreht, mit einem blinden Designer als Ausstattungsspezialisten und einem fehlenden Finanzrahmen für notwendige Illuminationsquellen; und hier neben der Musche-Bu-Bu-Beleuchtung noch zusätzlich in ein krankes Gelb gefiltert. Inhaltlich wird schon zu Beginn hin und her gesprungen zwischen Mansfield, Ohio, Los Angeles und HK und dann auch wieder zurück und überhaupt mit Begriffen wie "Milliarden" um sich geworfen, gibt man sich aber keinerlei Mühe, auch tatsächlich nach etwas auszusehen. Oder kann es einfach nicht. Oder will es auch nicht.
Zum Glück für die Handlung selber und die Aufmerksamkeit des Filmes wirft man schnell nicht nur eine direkte Verbindung samt einer kurzen Rückblende zum ersten Teil als auch zwei Actionszenen in Form von Martial Arts Einlagen der Beteiligten ein, eine Gegenwehr des Bodyguards gegen ein halbes Dutzend Attackierende in einem Flugzeughangar und die offensive Prügelei eines anderen Chinesen in einem Großraumbüro, mit Schirm und ohne Charme und ohne Melone, aber dafür mit vorzeigbarer Körperbeherrschung und einer Anerkennung dessen auch seitens der Kamera, die stillsteht und die Bewegungen ohne eigenes Zutun und Herumfuchteln und ohne Schnittstakkato einfängt. Auch im Showdown und auch bei den Auseinandersetzungen nicht nur der Akrobaten (wie u.a. Daniel Bernhardt als einer der Schergen), sondern auch zwischen den Muskelbergen wird ordentlich Körperlichkeit der Beteiligten geboten und v.a. auch gezeigt; derlei Szenen darf man auch als Höhepunkt bezeichnen und sorgen anders als der Rest – Versteckspiel in der Kanalisation mit einem blutigen Messerangriff, ein Hinein- und Hindurchstolpern durch ein Minenfeld (mäßig getrickst), ein Ausbruchsversuch mit selbst entzündeten Feuer, während Bautista ein halbes Dutzend Gegner mit sowas wie Lavabomben in Patronenform niederschießt (erneut mäßig getrickst) – für verhältnismäßig Effekt und sind auch mit dem Wissen darum choreografiert und inszeniert.
Überhaupt ist der Film direkter als der futuristisch angehauchte Vorgänger, welcher zuweilen auch seine Ideen hatte und die spinnerten Zutaten, aber seltsame Wege abseits und der insgesamt finalen Enttäuschung ging. Hier statt einem sich drehenden und verschiebenden 'Hologramm' - Gefängnis mit elektrischen Sperren und weiteren technischen Schnickschnackzutaten der gute mittelalterliche Kerker im tiefsten, mit Staub, Müll und Schrott angesammelten Nichts, mit knarrenden Eisentüren und verrosteten Schlössern, und wo der ausgeübte Druck seitens der Regie auf die Geiseln und die Tube der Spannung auch höher und konkreter vor allem schon beizeiten und mitsamt Kehlenschnitten, Knochenbrüchen und Kopfschüssen auch keine Gefangene am Nehmen ist. (Gedreht wurde vor Ort in der 1990 geschlossenen Ohio State Besserungsanstalt, in der Arme-Leute-Stadt von Mansfield, wobei der narrative Clou von China schafft Arbeitsplätze im Rust Belt, direkt in dem Niedergang geweihten Trumpland und dem herbeigerufenen Amerikaner, der dann anschließend die Drecksarbeit macht, gerade eingangs durchaus auffällt.)