Albert Pyun auf dem Regiestuhl und Das Atlanta-Massaker als reißerischer deutscher Untertiltel. Da könnte man das Schlimmste befürchten. Zum Glück ist dieses gefühlt 1000te Die Hard Rip-Off ganz ordentlich runtergekurbelt und bei weitem nicht das zu erwartende Desaster.
Am ersten Tag der Olympischen Spiele von Atlanta, besetzt der Topterrorist Omodo (Andrew Divoff) mit seinen Leuten eine Trainingshalle und nimmt das US-Schwimmteam der Frauen als Geiseln. Das Gebäude und andere Sportstätten werden mit Sprengstoff gesichert, so dass von außen niemand eindringen kann. Dumm nur, dass sich mit Hausmeister Jack Bryant (Linden Ashby) ein ausgewiesener Kampfsportexperte im Haus befndet und die Trainerin der Mädchen auch noch ausgerechnet seine Exfrau ist...
Zur Story braucht man keine Worte mehr verlieren, denn die Vorbilder sind überdeutlich. Erst müssen ein paar Geiseln dran glauben, dann müssen ein paar Terroristen dran glauben und so schippert das Ganze ohne große Überrachungen in Richtung Grand Finale. Alles also wie gehabt, aber Pyun ist auch einer der Letzten, von dem ich so etwas wie Innovation erwarten würde.
Volle Konzentration von daher auf die Schauwerte, sprich Action und nochmals Action. Die ist aber ärgerlicherweise nicht sonderlich spektakulär. Es gibt einige kleinere Schießereien, die zudem noch wenig Bumms haben und leider auch arg unblutig ausfallen. Dazu zwei Explosionen die qualitativ unterschiedlicher nicht sein könnten (einmal A-Niveau und einmal D-Niveau).
Schwerpunktmäßig gibts hier auf die Fresse (der gute Jack kann zwar am Anfang wegen einer Beinverletzung nur mit Mühe geradeaus laufen, knüppelt dann aber später wie ein junger Gott alles nieder), was ganz ordentlich ausschaut, mit der Zeit aber recht monoton wird.
Zugute halten kann man Puyn allerdings, dass die ganze Sache auf den ersten Blick nicht wie ein typisches B-Movie ausschaut. Die Optik ist wirklich gut, die Location macht auch was her und der treibende Soundtrack (es gibt glaube ich keine einzige Minute im gesamten Film, in dem keine Musik zu hören ist) sorgt für Spannung, wo eigentlich gar keine ist. Dazu noch ein passabler Cast mit ordentlich Puyn Erfahrung und einem senstionell albernen Auftritt von Rutger Hauer im Finale.
Trotzdem ist das insgesamt leicht unterdurchschnittlich, da es einfach an knackiger Action mangelt. Wenn schon die X-te Einer vs. Alle Geschichte, dann doch wenigstens so richtig krachend präsentiert. So kann aber leider auch der für Puyn Verhältnisse sehr gute Rest des Films, nichts mehr raushohlen. Für B-Movie Actionfans dennoch zu empfehlen, da es auf dem Gebiet viel Mieseres gibt (Puyn kann ein Lied davon singen). Der Rest dürfte nach spätestens 30 Minuten die Lust verlieren. (4,5/10)