Michael und Andy sind Nachbarn und enge Freunde, verbringen ihre Zeit auf der Couch bei Pizza, Kung-Fu-Filmen, Puzzeln und spielen Paddleton hinter einem altem Autokino. Die Diagnose, dass er unheilbar an Krebs erkrankt ist, lässt Michael den Entschluss fassen, seinem Leben mittels eines Medikaments auf Rezept ein selbstbestimmtes Ende zu setzen.
Ein heikles Thema, angenehm unaufgeregt umgesetzt. „Paddleton“ ist ein meist leiser Film, dialoglastig und nicht dramatisierend. Dabei steht die Freundschaft der beiden Hauptfiguren im Mittelpunkt und die Belastung, die der gewählte Weg für diese darstellt. Während Michael seine Entscheidung durchgedacht hat, trifft Andy diese unvermittelt, seine Reaktionen wirken daher emotionaler als die des bald Sterbenden. Hieraus zieht das von Alex Lehmann inszenierte Drama seinen Reiz. Denn es konzentriert sich hier vordergründig nicht auf den Leidensweg von Michael, sondern auf die (auch Selbst-)Reflexion des „Anderen“, wie Andy sich mal betitelt. Auf die Person, die nach dem Ableben eines ihm nahestehenden Menschen mit diesem Umstand in der Welt bleibt. Wie Andy versucht, mit verzweifelten (aber ebenso nachvollziehbaren) Aktionen, das Unausweichliche abzuwenden, ist vermittelt einnehmend eine herrlich unaufgesetzte Traurigkeit. Und trotz des immer wieder eingestreuten Humors, mit fortschreitender Spielzeit wird jeder Lacher nur umso bitterer.
Ray Romano spielt sehenswert, doch noch ein Stück besser ist Mark Duplass, dessen so beherrscht wirkende Art es nur umso schwieriger macht, eine Distanz zu wahren. Beide Figuren sind im besten Sinne einfach gehalten und grundsympathisch, auch ein Verdienst der beiden Darsteller.
Schrullig und etwas dröge, beides aber auf eine gute Art, verarbeitet „Paddleton“ die Freundschaft zweier Menschen, die sich sehenden Auges auf das Ende dieser vorbereiten. Ein sehenswerter Film, der leicht anmutet und doch emotional so berührend von zwei tollen Darstellern getragen wird. Ohne den gewohnten Schmalz – und dadurch so treffsicher.