Review

Was ist nicht schon alles über Barbara Steele geschrieben worden - dennoch möchte auch ich noch meinen Senf dazugeben:
in NIGHTMARE CASTLE (in schwarz/weiss gedreht) ist sie (wieder mal) ganz, ganz fantastisch! Sie hat eine Präsenz, die einen Angst und Bange machen kann... Dieses gleichzeitig wunderschöne, seltsame und unheimliche Gesicht ist wirklich ganz ungewöhnlich - und wie geschaffen für schauerromantische Gruselfilme wie NIGHTMARE CASTLE von (ausnahmsweise mal) Mario Caiano. 
Zuerst sehen wir, wie Barbara ihren Mann (Paul Müller als finsterer Schlossherr) mit ihrem Liebhaber betrügt. Doch der Betrogene weiss von ihren Untaten, denn er hat die beiden heimlich beobachtet. So erwischt er sie also in flagranti und dreht massiv am Rad - dafür sollen sie büssen!!! Zusammen mit seiner entstellten Haushälterin (die wunderbare Helga Line) foltert er die beiden ganz langsam zu Tode - und das wirklich ziemlich heftig für einen Film von 1965! Der macht da jedenfalls keine halben Sachen...
Dann taucht die Stiefschwester (ebenfalls gespielt von Barbara Steele) im Schloss auf, die der Ermordeten wie aus dem Gesicht geschnitten ähnelt (nur ihr Haar ist blond statt schwarz)! Ist die Stiefschwester etwa...?
Mehr verrate ich natürlich nicht! Das müsst ihr schon selbst rausfinden... :-)
Auf jeden Fall ist dies einer der schönsten, schauerromantischen Gruselfilme, die ich aus den seligen '60ern kenne. Ganz im Stil von Antonio Margheritis alten Gruslern wie DANSE MACABRE (ebenfalls mit Barbara Steele) und SCHLOSS DES GRAUENS (ohne Barbara, dafür mit Christopher Lee), kann man kaum glauben, das hier Mario Caiano am Werk war und eben nicht Margheriti. 
Barbara Steele gilt ja als Ikone des italienischen Horrorfilms - dabei ist sie "nur" in sechs deartigen Streifen zu sehen. Der berühmteste Film ist wohl BLACK SUNDAY (DIE STUNDE, WENN DRACULA KOMMT - einen Dracula gibt es im Original nicht!) vom Meister des visuellen Horrors: Mario Bava.
Genrefans kennen sie vielleicht auch aus Filmen wie Cronenbergs SHIVERS (PARASITEN-MÖRDER), der ja auch einen ziemlichen Kultstatus besitzt.
Die unheimliche Musik stammt von Ennio Morricone - sein Score für NIGHTMARE CASTLE war seine erste Arbeit für einen Horrorfilm. Und auch wenn der Soundtrack nicht ganz so grossartig ist wie die Scores von Rustichelli für vergleichbare Filme, ist er dennoch mehr als gelungen!

Muss man als Barbara Steele und Italo-Horror-Freak haben - da gibt es keine Ausreden! :-)

P.S. In einem anderen Review steht, das die Story etwas löchrig ist. Nun, das finde ich absolut nicht - und selbst wenn: in einem Horrorfilm muss man ja ohnehin Übersinnliches als bare Münze in Kauf nehmen, und wenn ich einen ganz doll logischen Film sehen möchte, bin ich im Gruselgenre doch wohl an der falschen Adresse, oder???


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