Als einer der im B-Sektor zuhauf anzutreffenden „Die Hard“ – Klons entpuppt sich der von TV-Regisseur Paul Lynch (u.a. „Prom Night“ und Autor von Dolph Lundgrens Comeback „Detention“) inszenierte „No Contest“. Vollgepackt mit bekannten Namen wie Shannon Tweed („No Contest II“, „Shadow Warriors II: Hunt for the Death Merchant”), Robert Davi („Licence to Kill”, „Maniac Cop 2”), Andrew Dice Clay („The Adventures of Ford Fairlane”) und Roddy Piper („They Live”, „Last to Surrender”) entpuppt sich das Ergebnis als überaus blutiges Ereignis. In einer Nebenrolle ist übrigens Polly Shannon, die jüngst an der Seite von Dolph Lundgren in „Direct Action“ mehr Screentime genoss, zu sehen.
Die Wahl zur Miss Galaxy steht auf dem Programm und deshalb hat sich im Partom Hotel allerlei Prominenz eingefunden. Diese Gelegenheit lässt sich Schurke Oz (Clay) nicht nehmen und verbarrikadiert sich in dem Hotel – die Schönheitsköniginnen als Geisel. Während er den Rest aus dem Gebäude scheucht (unter ihnen auch Bodyguard Crane (David)), lässt er vorsorglich überall Sprengstoff platzieren, um ja keine ungewünschten Gäste begrüßen zu müssen. Einzig Moderatorin Sharon Bell (Tweed), selbst ehemalige Schönheitskönigin, unterschätzt er dabei.
„No Contest“ richtet sich geradlinig nach seinem Vorbild, zeigt sich aber selbstironisch. Da wird von Seiten der Bewerberinnen schon mal gegen Gewalt in Filmen appelliert, der PC-Crack der Hijacker installiert eine vollautomatische Waffe, mit der er Videospiel-like über den Monitor (inklusive Bodycountanzeige) die eindringenden Polizisten niederstreckt und Bell ist dank ihrer Auftritte in einsilbig lautenden Filmen wie „No Mercy“, „No Surrender“ und „No Return“ zur kampferprobten Waffen- und Martial-Arts-Expertin trainiert worden. Piper schaut nebenher übrigens auch mal Wrestling.
Nun setzt sich der gesamte Film aber lediglich aus den ewig ähnlich ablaufenden Kämpfen zwischen Bell und einem fast stets dran glaubenden Henchman zusammen. Das gibt zwar Gelegenheit für jede Menge blutiger, spritzender Shootouts in Zeitlupe, ist ansonsten aber leider sehr monoton. Die Martial-Arts-Künste halten sich nämlich in Grenzen (Tweed deutlich sichtbar oft gedoubelt) und spektakuläre Szenen sind auch Mangelware. Etwas Abwechslung hätte „No Contest“ jedenfalls gut getan.
Erfahrungsgemäß beglückt so ein Reißer den Zuschauer nicht mit schauspielerischen Höchstleistungen. Einzig Piper kann hier wütend und mit Schaum vor dem Mund noch ein paar charismatische Minuten für sich verbuchen. Der Rest ist purer B-Durchschnitt. Etwas ärgerlich ist in dieser Hinsicht die einfallslose Gestaltung der Personen. Vom sexgeilen Terroristen, über den außerhalb des Gebäude befindlichen Helfer, bis hin zur alle im Alleingang erledigenden Heldenfigur ist alles vertreten, was dieses Subgenre groß gemacht hat.
Die Tatenlosigkeit der Polizei und ihr anschließendes dilettantisches Vorgehen sind etwas ärgerlich, werden aber von der Stringenz der Angelegenheit beiseite gefegt. Auch wenn das Szenario kaum Abwechslung bietet, wird es sehr linear heruntergekurbelt. So treten zumindest keine Längen auf.
Fazit:
Mit zynischen Kommentaren und extrem blutigen Shootouts versetzter „Die Hard“ – Klon, der selbstverständlich nicht an das Original heranreicht, sich mit seinen Qualitäten aber nicht im B-Sektor zu verstecken braucht. Die Gewaltausbrüche mögen ab und an, vor allem wenn es um die Exekution von Frauen geht, sicherlich nicht jeden Geschmack treffen, doch Linearität des Geschehens, gute Bösewichter und die deutliche Selbstironie machen das weitestgehend wieder wett. Würde sich „No Contest“ noch etwas abwechslungsreicher und spektakulärer gestalten, hätte er ein Kleinod werden können.