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Die Friedhofswärter Lloyd und Earl haben vermutlich den miesesten Job aller Zeiten, denn jede Nacht müssen die beiden Wache halten und dafür sorgen, dass die Zombies, die sich regelmäßig aus ihren Gräbern erheben, keinen Ärger anrichten. Mit Schaufeln und Kettensägen werden die Untoten darum prompt wieder ins Jenseits befördert. Lloyd und Earl sind sich der Eintönigkeit ihres Daseins durchaus bewusst, aber irgendeiner muss die Drecksarbeit ja erledigen... Kurz bevor er als "Angry Video Game Nerd" Bekanntheit und Popularität dadurch erlangt hat, dass er auf humorige Art und Weise über Videospiele herzieht, hat James Rolfe in dem vorliegenden Home Made-Short sein Faible für das Horror-Genre ausgelebt und mit "The Deader the Better" eine kompakte Hommage an George A. Romeros "Die Nacht der lebenden Toten", Michele Soavis "Dellamorte Dellamore" und Sam Raimis "Tanz der Teufel" auf die Beine gestellt... und das sogar in stilvollem Schwarzweiß, welches die selbstgebastelte Friedhofs-Kulisse so richtig gut zur Geltung kommen lässt und bei dem nur die Ströme von grell-rotem Kunstblut farbige Kontrastpunkte innerhalb der Optik setzen. Als liebevoll erdachte und mit einigem Elan und Aufwand umgesetzte, kleine Fan-Fingerübung ist das Ganze dann auch wirklich gut gelungen und die üblichen Mankos, die man bei solchen Amateur-Arbeiten irgendwie ja immerzu vorfindet, fallen hier nicht arg ins Gewicht: Der dünne Inhalt reicht da nämlich allemal aus, um die etwas mehr als viertelstündige Laufzeit zur vollen Zufriedenheit des Betrachters auszufüllen und die ungeübten Darsteller, die sich vermutlich aus Rolfes Freundeskreis rekrutieren (Mike Matei hat hier übrigens auch einen Auftritt als Zombie), ziehen die Angelegenheit auch nicht allzu sehr runter. Mit den recht ausschweifenden Gemetzel-Set-Pieces, bei denen die Zombies effektvoll in ihre Einzelteile zerlegt werden und die rote Soße kräftig spritzt, werden dann sogar die Gorebauern mehr als nur ordentlich bedient... aber anders als hierzulande bei Schnaas & Co auf einem nicht gänzlich bodennahen Niveau. Dank des flotten Pacings und dem hohen Maß an kruden Einfällen wird "The Deader the Better" natürlich nie langweilig und die an den Tag gelegte Do-it-yourself-Attitüde und der merklich vorhandene Gestaltungs-Wille Rolfes nötigen einem echt Respekt ab. Fazit: Eine eindrucksvolle, frühe Talentprobe, für deren Macher das Ende der Fahnenstange hiermit noch lange nicht erreicht gewesen ist.

6/10

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