Review
von Leimbacher-Mario
The Boss... and Friends!
Ein junger Pakistani findet in einer englischen Kleinstadt der 80er mit Bruce Springsteen zu seiner Identität, zu seinem Selbstbewusstsein, zu seiner Leidenschaft - denn der Boss ist nunmal bei weitem nicht nur ein amerikanisches Phänomen, eher eine Inspiration für alle Suchenden, Kämpfenden und Leidenden der Welt. So kitschig sich das auch anhört.
Angesiedelt irgendwo zwischen „Sing Street“, „Yesterday“ und Springsteen-Hommage-Musical, zwischen Einwandererdrama und Coming of Age-Stigmata, kommt „Blinded By The Light“ ohne Ende sympathisch und liebenswert rüber. Natürlich voller Klischees und Kitsch, natürlich immer den Weg des geringsten Widerstands gehend, natürlich mit nicht allzu vielen Kanten, natürlich von hinten bis vorne berechenbar. Und dennoch wüsste ich nicht wirklich, wer und warum und wie man diesen inspirierenden Jeansjacken haten könnte. „Blinded By The Light“ überhaupt nicht zu mögen oder gar ätzend zu finden halte ich fast für unmöglich. Die Songs sind zeitlos und machen immens Bock wieder mehr Springsteen zu hören, die jungen Darsteller versprühen aus jeder Pore gute Laune, dem Boss und seinen oft lebensrettenden und universellen Songs wird ganz unauffällig und verdient ein Denkmal gebaut. Es geht um Herz und Seele, um Inspiration und Vorbilder, um den Mut auszubrechen und sein Ding zu machen. Vor allem darum sich selbst zu finden und zu mögen. Egal mit wieviel Gegenwind aus Familie und Gesellschaft. London Calling. Und man muss abnehmen. Zwischen Malochermovie und „Highschool Musical“ in cool.
Fazit: viel mehr als „nur“ Bruce Springsteen! Und auch das hätte ja gereicht. Aber „Blinded By The Light“ ist ein astreiner Spaß und Feel Good-Film. Ansteckend gut gelaunt und voll 80er. Kongenial und klischeehaft - aber von Herzen toll!