Die „Anonymen Killer“, so nennt sich die etwas andere Selbsthilfegruppe, die im Sitzkreis über ihre vergangenen Morde fabuliert. Doch seit dem Anschlag auf einen US-Senator kommt es zunehmend zu Spannungen zwischen den Mitgliedern, da hilft es den erhitzten Gemütern auch nicht weiter, dass plötzlich ein mysteriöses Mädchen Teil ihrer Gruppe wird. Als dann noch ein Totgeglaubter das Zimmer betritt, ist das Chaos nahezu perfekt. Denn nichts ist so, wie es auf den ersten Blick scheint.
Juhu, Gary Oldman ist wieder mit dabei. Der Mann der sich früher die Rollen sehr explizit aussuchte, dümpelt in den letzten Jahren in nahezu jedem B-Movie herum. Hat er Schulden? Oder eine teure Scheidung? Immerhin hat er in diesem Film noch eine ganz ordentliche Rolle, wenn ich bedenke was für behämmerte Charaktere er sonst so kürzlich mimte.
Und ich muss sagen, ich gehe die niederschmetternden Kritiken nicht so ganz mit. Natürlich ist das keine Sternstunde des Kinos, aber so schlecht wie der Streifen bewertet wird, finde ich ihn nun auch nicht. Zum Zeitpunkt meiner Rezension eine 3,3 !!! bei ofdb.
Was man bemängeln kann ist, dass man aus der grundsätzlich amüsanten Idee, dass es eine Selbsthilfegruppe für Killer gibt, nicht mehr gemacht hat. Doch gerade die letzte halbe Stunde bietet einige Wendungen, die den Streifen in meinen Augen aufwerten, auch wenn es vorher die ein oder andere Länge zu beklagen gibt.
Die dick und fett auf dem Cover abgebildete Jessica Alba spielt gefühlt 5 Minuten mit, allerdings weiß besonders Sadie Frost als Lucy zu überzeugen, die die mit Abstand beste Leistung der Darsteller abliefert, weil sie in der einen Minute noch der beruhigende Pol der Gruppe ist, kurz darauf aber dann alle hinters Licht führt.
Trotzdem hätte Regisseur Martin Owen, der bisher eigentlich nur Krampf abgeliefert hat, wenn man seine kurze Vita durchsieht, seinem Film etwas mehr Tempo verleihen können und einfach aus der Selbsthilfegruppe-Idee mehr machen müssen.
So bleibt unter dem Strich ein netter kleiner Film für zwischendurch, den ich persönlich bei weitem nicht so langweilig finde, wie die Rezensten bei Amazon es darstellen, denn gerade gegen Ende wird es doch recht unterhaltsam.
Schade trotzdem, denn da wäre mehr drin gewesen.