Rowan Atkinson spielt einen Geheim-Agenten, der mit dem Schutz der Kronjuwelen beauftragt wird, die ein reicher französischer Geschäftsmann, gespielt von John Malkovich, stiehlt. Er findet heraus, dass sich Malkovich zum König krönen lassen will und aus Großbritannien ein riesengroßes Gefängnis machen will, doch niemand will ihm glauben.
Rowan Atkinson ist der definitiv beste Slapstick-Darsteller der Welt und steht noch über dem ebenfalls recht guten Leslie Nielsen, der mit "Die nackte Kanone" auch schon eine überaus gelungene Agenten-Parodie inszenierte und dem Grimassenschneider Jim Carrey. Mit Mr. Bean schuf er einen der witzigsten und Figuren überhaupt und konnte Millionen von Menschen damit begeistern. Umso bedauerlicher war es, dass die meisten seiner Filme wie "Rat Race" oder "Mord im Pfarrhaus" seinen hervorragenden darstellerischen Qualitäten nicht gerecht werden konnten und "Bean - Der ultimative Katastrophenfilm" sein einziges wirklich gutes Werk blieb. Schade, dass auch dieser Film seinem starken Hauptdarsteller nicht gerecht werden kann und bei dem ambitionierten Versuch eine Agenten-Parodie mit Rowan Atkinson zu verfilmen lediglich gehobenes Mittelmaß herauskommt denn bei seiner starken Leistung als trotteliger Geheimagent, seinem überragenden Slapstick und seiner unnachahmlichen Mimik wäre definitiv mehr drin gewesen. Man sieht Atkinson, der ausnahmsweise mal ein bisschen mehr Text hat, den Spaß am Spiel an und trägt den Film so im Alleingang. John Malkovich macht sich als Bösewicht ganz gut und spielt schön verschlagen und diabolisch und auch die übrigen Darsteller machen sich ganz gut, bis auf Natalie Imbruglia, die wohl besser beim Singen geblieben wäre, da sie außer ihrem Lächeln und ihrem Ausschnitt darstellerisch nicht sonderlich viel zu bieten hat.
Die Story ist einfach nur Müll. Im Prinzip hat man für eine solche Parodie exakt 2 Möglichkeiten, entweder man konstruiert eine halbwegs sinnstiftende Story mit ein paar überraschenden Wendungen, variiert dabei die verschiedenen Agenten- und 007-Klischees, oder man beschränkt die Story auf ein Minimum und setzt ausschließlich auf Slapstick. Man hat ersteres probiert und als man daran gescheitert ist eine gute Story zu konstruieren, hat man versucht dies mit letzterem zu retten und das Ergebnis ist absolut unbefriedigend. Es gibt viele Wendungen und ein paar ganz nette Grundideen, aber alles in allem ist die Story absolut unlogisch und überkonstruiert und so wäre es besser gewesen, man hätte sie im Vorhinein auf ein Mindestmaß reduziert und hätte Atkinson so mehr Spielraum für seine brilliante Vorstellung gelassen. Aber so tritt der Film des Öfteren im Leerlauf und auch das Finale, das wohl überraschend und furios werden sollte, kann nicht so richtig zünden. Eigentlich überflüssig zu Erwähnen, dass der Film kaum gute Seitenhiebe auf andere Filme des Genres landet und keinen Ansatz von Tiefe hat.
Regie führt Peter Howitt, der zuvor mit "Startup" und "Sie liebt ihn" zwei durchschnittliche Filme inszenierte und auch bei "Johnny English" leistet er solide Arbeit. Er hätte das Erzähltempo stellenweise noch ein bisschen beschleunigen können, denn so gesteht er der schwachen Story und den handlungsarmen Leerläufen zu viel Raum ein, was man vor allem bei den überflüssigen Dialogen merkt. Er platziert die Gags gut und auch wenn einige von ihnen nicht zünden können, ist die Trefferquote doch im akzeptablen Bereich und damit kann der Film von Anfang bis Ende ordentlich unterhalten. Er bringt ein paar gute Anspielungen auf James Bond und leistet auch bei Musik und Kulisse gute Arbeit. Er rundet die kurzweilige Komödie mit einem bisschen Action ab und liefert im Endeffekt gehobenes Mittelmaß.
Fazit:
Durch die starke Leistung von Grimassenschneider Rowan Atkinson und die solide Inszenierung ist "Johnny English" eine ordentliche Agenten-Parodie, die kurzweilige Unterhaltung bietet, wobei sie stellenweise wegen der schwachen Story im Leerlauf hängen bleibt.
64%