"Wenn ich ihnen das erzählen würde, müsste ich sie leider töten." ... "Den Versuch würde ich gerne sehen."
Nachdem der trottelige Büroangestellte Johnny English (Rowan Atkinson) einem Agenten falsche Codes für die Infiltration eines U-Bootes gab und dieser dadurch ertrank, verschuldet er auch noch einen einen Anschlag auf die verbleibenden Agenten des britischen Geheimdienstes, durch unsachgemäße Durchführung von Sicherheitsvorkehrungen. Als einzig verbliebende mit leichten Kenntnissen im Außeneinsatz erhalten English und sein Assistent Angus Bough (Ben Miller) von Geheimdienstleiter Pegasus (Tim Pigott-Smith) den Auftrag, auf die gerade restaurierten Kronjuwelen der Königin während einer Ausstellung zu achten. Abgelenkt durch die Doppelagentin Lorna Campbell (Natalie Imbruglia) werden diese allerdings gestohlen. Bei ihren Nachforschungen stoßen die Aushilfs-Agenten auf Pascal Sauvage (John Malkovich), der die britische Insel in ein riesiges Gefängnis für die Verbrecher aller Welt umwandeln will.
Bereits in einer Werbespot-Reihe spielte Komiker Rowan Atkinson ("Mr. Bean") zwischen 1992 und 1997 einen tollpatschigen Geheimagenten. Durch die positive Resonanz entstand die Idee, diese Rolle auszubauen und einen abendfüllenden Film mit dieser Figur zu inszenieren. In der daraus entstandenen Agentenparodie "Johnny English - Der Spion, der es versiebte" vertieft Atkinson diese bislang kurzweilige Rolle und zieht die Geheimdienstarbeit ordentlich durch den Kakao.
Handlung und Charaktere bleiben durchgehend schlicht und zweckmäßig, so wie man es schon von üblichen Komödien kennt. Auch ohne Klischees und Kitsch kommt "Johnny English - Der Spion, der es versiebte" nicht aus. Vielmehr ist es den sparsamen, aber überraschend aufwändigen Actionszenen und Rowan Atkinson zu verdanken, dass der Film überwiegend unterhalten kann. Johnny English mag zwar nichts mit Atkinson's Paraderolle des Mr. Bean zu tun haben, er lässt jedoch Einflüsse dieser Figur einfließen.
Der Humor ist durch Situationskomik, Wortwitz, Fäkalhumor sowie typisch britischem Witz mit schwarzen Bezügen breit gefächert. Aber nicht jeder Gag will auch zünden. So sind insbesonders alberne Situationen sperrig und der zum Glück nur marginal genutzte Fäkalhumor unpassend.
Heraus sticht die Agentenparodie durch nicht ernst zu nehmende Bezüge zum auf die Schippe genommenen Genre. Insbesonders auffällig sind unerwartet ausgelöste Situationen durch technische Spielereien, wie der Verwechslung eines Wahrheitsserums mit einem Mittel zum aufweichen der Muskeln oder dem Mißbrauch eines geladenen Agentenkugelschreibers.
Vielversprechend sind auch die verspielten Darsteller. Natürlich ist der Film auf Situationskomiker Rowan Atkinson zugeschnitten und sauber durch sein diesmal etwas zurückhaltenderes Repertoire an skurrilen Mienenspielen ausgeführt. Ohne das harmonische Zuspiel von Ben Miller und Natalie Imbruglia wäre aber auch er aufgeschmissen.
Bereitwillig stellt Charakterdarsteller John Malkovich ("Con Air", "Being John Malkovich") sein vielschichtiges Können zur Verfügung, während Tim Pigott-Smith ("V wie Vendetta") mangels visueller Sichtbarkeit zum ersetzbaren Nebendarsteller wird.
Für eine Parodie auf Agentenfilme bietet "Johnny English - Der Spion, der es versiebte" an sich nichts wirklich Neues, erfüllt aber Dank seiner vorteilhaft eingesetzten Darsteller, größtenteils gelungenem Humor sowie für eine Komödie beeindruckende Action seinen Zweck, nämlich schmunzelnd zu unterhalten. Auch wenn nicht jeder Gag sitzt, Charaktere und Handlung eher schlicht ausfallen und große Höhepunkte nicht zu finden sind.
7 / 10