Review
von Leimbacher-Mario
Kein Trinkgeld, keine 1-Sterne-Fahrt
Buddy-Cop-Komödien sind quasi ausgestorben und voll 80er, 90er, Vergangenheit. Erst recht im Kino. Doch jetzt kommt „Stuber“ und ändert das alles...? Leider nein, leider gar nicht. Aber dennoch war ich natürlich gespannt auf diese Portion Nostalgie und anti-angesagt. Erst recht weil ich Dave Bautista und Kumail Nanjiani sehr mag. Wer tut das nicht, wie könnte man anders. Aber auch diese zwei gegensätzlichen aber top harmonierenden Charismamonster können diese Irrfahrt nicht wirklich retten. Höchstens noch vor einem Totalschaden, der dem Schreiber solcher deutscher Gurken wie „Hot Dog“ (!) hier sonst locker wieder mal gelungen wäre. Immerhin hängen sich die zwei rein und verleihen dem Fehlschuss noch etwas Würde, Fun und Drive, Ausstrahlung, Witz und Charakter. Ohne sie, da kann ich mich nur wiederholen, wäre das nur ein weiterer Sargnagel ins Buddy-Cop-Genre. So schmerzt er nicht, hat jedoch auch keine heilenden Hände und im Kino ehrlich gesagt auch nur wenig zu suchen...
Wir folgen Stu, einem wenig selbstbewussten, soften Uber-Fahrer; wir folgen Vic, einem harten Cop, der seinen Partner verloren hat und dessen Killer Rache geschworen hat. Und dann kreuzen sich deren Wege und ein chaotischer, hektischer und kaum nachhaltiger Trip durch ein paar Viertel der Stadt der Engel beginnt, gepflastert mit unzufriedenen Fahrgästen, durchlöcherten Drogendealern und geballter Männlichkeit... „Stuber“ hat zwei aufsteigende Superstars, die diesen Status völlig zurecht genießen, deren Chemie passt und zumindest ein paar zaghaft sitzende Witze, Sprüche, Situationen. Und der zwischendurch treibende Synthiescore hatte noch seine Momente. Doch die meiste Zeit kommt man sich vor, wie im falschen Film. Aus der Zeit gefallen, laut, gezwungen, uncool, cheesy - und all das, nicht im positiven Sinne. Die Action ist unübersichtlich und unnötig shaky, Iko Uwais als Bösewicht wird dadurch völlig verschenkt, viele Jokes fallen peinlich flach, oft mit einem ungläubigen Kopfschütteln. Der Rest ist Langeweile und Einfallslosigkeit. Wie gesagt, mit ein paar versöhnenden Nuancen, die meist improvisiert und spontan wirken, doch im Gro arg enttäuschend, egal, dumm. Da ist wohl jede zweite Uberfahrt durch L.A. aufregender, kurzweiliger und bleibender.
Fazit: „Stuber“ ist der lebende Beweis, warum man kaum noch Buddy-Action-Comedies im Kino sieht. Es wirkt immer eher wie TV oder Streaming und selten wirklich kinoreif. Aber selbst zwei faszinierenden Leads ist das Ding auch nicht wirklich ein Ausstellungsstück dieser aussterbenden Gattung... Naja. Einen Versuch war's wert. Mehr drin war auch.