„Stuber“ ist so ein Film, über den man was liest und keine Angst vor Spoilern haben muss. Denn hier gibt es nichts, was nicht so vorhersehbar oder unwichtig wäre, als dass man sich darüber Sorgen machen müsste. Man bekommt Dave Bautista als quasi-blinden Cop Vic, weil er sich gerade die Augen hat lasern lassen. Dabei ist er immer noch hinter einem Verbrecher her, der vor ein paar Monaten seine Partnerin erschossen hat. Und weil er ja aufgrund der eingeschränkten Sicht eben gar so eingeschränkt ist, fährt er auf seiner Mission per Uber durch die Gegend und der Fahrer ist Stu (Kumail Nanjiani). Stu. Uber. Filmtitel. Der von Michael Dowse inszenierte Streifen bringt diesen Witz nicht nur einmal unter.
Eigentlich hat man mit dem kurzen Abriss der Ausgangssituation den grundlegenden Ablauf dieser Komödie recht schnell vor Augen. Vic zieht Stu in seine Jagd nach Schurke Tedjo (völlig verschenkt: Iko Uwais) hinein, man rauft sich wortwörtlich irgendwann zusammen, es geht allerlei zu Bruch und durch die Bank ist der Streifen recht geschwätzig. Es überrascht, dass tatsächlich manch witziger Satz dabei herauskommt zwischen all dem ob-Männer-weinen-dürfen, guter-Vater-sein, seine-Gefühle-rauslassen und sonstigen abgeranzten Kommentaren aus einem abgebrochenen Philosophiestudium der Fernuni Herne. Nicht alle Actionszenen sind wirklich lahm, wenn die arg wackelige Kamera einen mal erkennen lässt, was da denn genau los ist. Die Nebenplots mit Vics Tocher, Stus vielleicht-Freundin und dann auch noch mit einem Maulwurf bei den Cops sind dem Szenario allerdings abträglich. Da hätte man sich gerne einfach mehr auf das zentrale Duo fokussieren dürfen. Nicht, dass die beiden der neue Stern am Buddy-Action-Himmel wären, aber - ich weiß nicht, wie der Satz jetzt enden soll.
„Please, shut up!“
Hier und da mal eine Zeile zum Schmunzeln, Bautista rennt als Cop mit Sehbehinderung vor dies und das, Nanjiani plappert immer wieder mit dröger Mine (vielleicht gut gemeinte) Albernheiten in die Welt. Das ist es so ziemlich, sieht man von dem penetrant eingewobenen Uber-Thema ab. Ich weiß nicht, ob das jetzt Werbung oder Abschreckung sein soll, nervig ist es allemal. Im letzten Drittel spürt man auch Längen, was bei so einem 90-minüter schon eine Leistung ist. Dazwischen gibt es für so eine Komödie brutal-fremd wirkenden Krawall mit Kopfschüssen, Kotze und verzichtbaren Subplots. Klar schaut man sich das lieber an, als zum Zahnarzt zu gehen. Aber Letzteres muss man eben manchmal. Das hier nicht.