Als SciFi-Ethusiast lasse ich mir keinen Film aus dem Genre entgehen. Raumschiffe, bunte Spezialeffekte oder Ausserirdische gibt es bei Schach dem Roboter natürlich nicht. Vielmehr handelt es sich um einen alten Schinken bzw. Klassiker im Spielfilm-Format.
Die Dialoge und die Outfits der Darsteller wirken heutzutage richtig albern. Beziehungstechnisch wird der Dame hier noch der Hof gemacht und man bleibt schön sachlich, vornehm distanziert beim Date. Mehr als Händchen halten ist nicht!
Die Geschichte in Kurzform: Der legendäre, mysteriöse Graf von Saint Germain (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Graf_von_Saint_Germain), der den Stein der Weisen gefunden haben soll und angeblich seit Jahrhunderten lebt, macht über sich Reden, als er einen humanoiden Schachroboter der Öffentlichkeit vorstellt, der meisterhaft und unschlagbar auf Turnieren spielen kann. Ein junges Fräulein war mit einem genialen aufstrebenden Weltklasse-Schachspieler liiert, bevor dieser durch einen ungeklärten Autounfall in Buenos Aires starb. Der Freund des verstorbenen Schachspielers hat ebenfalls ein Auge auf
Madame geworfen und hilft ihr bei Ermittlungen. Sie hegt den seltsamen Verdacht und bekommt das Gefühl nicht, dass am Tod etwas nicht stimmt
und ihr Liebster noch am Leben sein könnte... ein nächtlicher Besuch auf dem Friedhof enthüllt nach Grabschändung einen leeren Sarg! Ein bißchen vorhersehbar ist das Ganze schon, für den der 1 und 1 zusammenzählen kann. Na, ist klar warum der Automat so gut Schach spielt ? ;-)
Macht aber nix. Dem Graf zuzuschauen macht Spaß, er wird sehr überzeugend und mit eleganten Dialogen gespielt. Die Requisiten sind simpel aber gelungen, so sieht man die Mechanik im Roboter und verkabelte Gehirne in Gelpacks. Die Filmmusik gewiß kein Meisterwerk, eher Gedudel, aber erträglich. Der Handlungsstrang wird mehr oder minder flott erzählt, sodass keine unnötigen Längen entstehen. Trotzdem ist das Tempo natürlich nicht mit dem eines modernen SciFi-Films zu vergleichen. Die Schauspieler würde ich als überdurchschnittlich und überzeugend bewerten.
Fazit: Wer Klassiker mag, kann hier nicht viel falsch machen. Die Geschichte ist einfach gestrickt, aber trotzdem zieht sie einen mit. Schließlich steigt die Spannung bis zuletzt, als klar wird, wie der Graf seine Roboter genau konstruiert. (7/10)