Review

Wilde Bestien oder weiche Besties? 


„Kitbull“ sieht aus wie eine Mischung aus Indiecomic und Studio Ghibli, man würde nicht sofort auf die Macher Pixar kommen. Doch dem ist so - und die Vorschusslorbeeren und der Favoritenstatus für den Oscar des animierten Kurzfilms sind trotz ungewöhnlichem Look sehr verdient. Erzählt wird extrem feinfühlig von einer kleinen Katze, die auf einen angeketteten, (wenn es nach seinem Herrchen ginge) aggressiv trainierten Kampfhund trifft - und mehr will und kann ich gar nicht sagen, das muss man erstmal auf sich wirken lassen und verarbeiten... 

Ungewöhnliche, oft auch tierische Freundschaften gibt es viele und auch das hier könnte auf den ersten Blick erstmal generisch, schonmal gesehen und berechenbar wirken. Wird es dann aber ganz und gar nicht. „Kitbull“ ist ein voller Erfolg und für mich sogar ein weiterer moderner Klassiker seines oft übersehenen Fachs. Er erzählt minimalistisch, aber enorm effektiv von Freundschaft und Vorurteilen, von äußerer Dunkelheit und innerer Helligkeit, von des Menschen zwei liebsten tierischen Spezies und beinhaltet eine natürliche Güte, Gutmütigkeit und Hoffnung, dass kein Mensch mit Herz hier nicht schwach werden kann. Süß und nie kitschig, schön und nie zu fern, tierisch und doch universell, artenübergreifend, nachvollziehbar. Kurz und gekonnt. Echt schön. In jeder Beziehung. Wertvoll, wertig, witzig, wohlig. Instinktiv richtig. 

Fazit: Pixar ganz bei ihren Stärken und doch mal völlig anders - „Kitbull“ ist nicht umsonst in seiner Kategorie der Favorit für den diesjährigen Oscar und tut einfach in der Seele unglaublich gut. Wunderschön in allerlei Hinsicht! 

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