Review

iHaveCNit: Booksmart (2019)
15.11.2019

Mit Independent-Filmen und Coming-Of-Age-Geschichten bekommt man mich in den letzten Jahren sehr einfach vor die Leinwand, vor allem wenn diese großartig umgesetzt worden sind. Egal ob „Moonlight“ ; „Call Me By Your Name“ ; „Lady Bird“ ; „Mid90s“ und „Love Simon“ - nur um Einige zu nennen. Nun reiht sich auch problemlos mit Leichtigkeit das Regiedebüt von Olivia Wilde ein, das auf den Namen „Booksmart“ hört und unglaublich unterhaltsam geworden ist.

Amy und Mollie gehen nicht nur auf die selbe Highschool – sie sind auch bereits extrem lange befreundet und absolute Streberinnen, die sich jeglichem Spaß verwehren um mit der harten Arbeit für die Schule einen Platz an Elite-Universitäten zu bekommen. Als sie jedoch am Tag vor der Abschlussfeier feststellen müssen, dass all ihre anderen Mitschüler trotz unglaublicher Feierlaune es auch an Elite-Universitäten geschafft haben, fassen beide Freundinnen den Entschluss es am Abend vor der Abschlussfeier nochmal ordentlich krachen zu lassen und den ganzen Spaß nachzuholen, den sie sich all die Jahre nicht gönnen wollten.

Da ich dieses Wochenende in Köln gewesen und ohne Laptop gereist bin, komme ich erst jetzt zu der Review. Jedoch habe ich dort eine Kurzreview von meinen ersten Eindrücken geschrieben, die wie folgt lautet:

Olivia Wildes Regiedebüt entpuppt sich als moderne, erfrischende, ambivalente und sehr intelligente Coming-Of-Age-Geschichte im Gewand einer Highschool-Party-Road-Trip-Komödie über die Freundschaft von 2 Streberinnen einer High-School, die am Tag vor der Abschlussfeier den ganzen Spaß nachholen möchten, den sie sich alle die Jahre verwehrt haben.

Das, was hier ähnlich wie bereits bei Greta Gerwigs „Lady Bird“ sehr gut funktioniert ist, dass wir mit Olivia Wilde in der Regie und einem weiblichen, vierköpfigem Team aus Drehbuchautorinnen hier eine vollkommen authentische und erfrischend ehrliche Sicht auf zwei heranwachsende Frauen bekommen. Gerade hier kann man sich richtig gut auf die weibliche Sicht einlassen und auch ich konnte mich aus persönlichen Gründen mit den beiden Hauptcharakteren sehr gut identifizieren und die Situation in der Beide stehen absolut nachfühlen. Die jüngere Schwester von Jonah Hill, Beanie Feldstein (die man auch bereits in „Lady Bird“ gesehen hat) und Kaitlyn Dever haben hier eine wundervolle und absolut passende Chemie miteinander. Vor allem die etwas schüchternere und introvertiertere Amy von Kaitlyn Dever hat mir besonders gut gefallen und auch wie der Film mit der von ihr bereits angedeuteten Homosexualität umgeht – da könnten sich aktuell ein paar andere Filme eine Scheibe von abschneiden. Aber es wäre auch keine Highschool-Party-Road-Trip-Komödie, wenn man sich nicht im Laufe eines Abends in diversen abgefahrenen Situationen wiederfinden würde, die allesamt richtig witzig und abgedreht sind. Auch alle Nebencharaktere sind nicht bloß etwa einfallslos und oberflächlich stereotypisch dargestellt – der Film schafft es hier auch auf sehr intelligente und ambivalente Weiße diese Nebencharaktere im Laufe des Films toll auszuarbeiten. Der Film hat mir einen tollen, unterhaltsamen Kinobesuch in Köln beschert und wird dafür auch am Ende des Jahres relativ weit vorne dabei sein.

„Booksmart“ - My First Look – 9/10 Punkte.

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