Review
von Leimbacher-Mario
Superduperbad
Der Anfang der Junior High, in deutsche Verhältnisse übertragen wohl irgendwo zwischen der dritten und sechsten Klasse, meist am treffendsten wohl mit dem Ende der Grundschule kommend - eine aufregende Zeit auf der Grenze zwischen Kindheit und Jugend, Unschuld und Pubertät, Naivität und Versautheit. „Good Boys“ über drei Jungs und beste Freunde in diesem Alter, die ein wildes Abenteuer u.a. mit gut verschlossenen Drogen, unerkannten Sexpuppen und ersten Küssen erleben, spielt genau zwischen und mit diesen Polen und Gegensätzen. Und das verdammt gut. Dieses Jahr eine bessere „originale“ Komödie aus der Traumfabrik zu finden und sehen, wird vielleicht eine unmögliche Aufgabe. „Good Boys“ ist dreist, clever und keine Mogelpackung.
Etwas erinnert das an eine frühreife Mischung aus „South Park“ in light und „Gregs Tagebuch“ in pervers. Der Bund zwischen den Jungs und ihre Funken sprühende Ausstrahlung und Chemie ist jederzeit spürbar, sie sind Kern, Zwerchfell und Herz des Films, tragen ihn erinnerungswürdig. Tremblay ist natürlich der größte Name und vielleicht eine kommende Legende, sollte er denn nicht irgendwann demnächst zu viel vom Showgeschäft bekommen, doch auch seine zwei Buddies stehlen immer mal wieder Momente und sind grandios unterhaltsam. Als Trio nahezu unschlagbar. Die Naivität und Unwissenheit und gespielte Coolness dieses Lebensabschnitts wurde super getroffen und man spürt nicht nur an den vielen Drogen, dass hier Seth Rogen seine Finger mit im Spiel hatte. Vor dem Kinosommer war „Good Boys“ mein Tipp für den Break Out-Hit der Saison - und das ist er nun auch, sowohl monetär (zumindest im Heimatland) als auch qualitativ. Vor allem das große Herz und die ruhigeren, kindlicheren Momente, an die man sich selbst noch allzu gut aus dieser Zeit erinnern kann, haben es mir angetan und mich positiv weggehauen. Das Ding ist fresh, frisch und macht eine Menge Freude. Einfach eine gute Zeit. Ganz ohne Vorlage, Sequel oder Franchise. Selbst wenn die Geschichte an sich manchmal etwas überdreht, sich manche Jokes wiederholen und hier und da regietechnisch Anfängerschwierigkeiten auszumachen sind - insgesamt ist das mächtig eindrucksvoll, keine Sekunde zu lang und mit genug Wiederguckwert für die kommenden Jahre, irgendwo zwischen „Superbad“ und „Stand By Me“, zwei meiner All-Time-Favoriten.
Fazit: lustig. Sehr lustig. Und überraschend herzlich obendrauf. Absolut aktuell und dennoch voller Nostalgie. Für die Kindheit, für alte Freunde, für vergangene Zeiten. Versaut und dennoch wunderbar unschuldig. Die beste Studiokomödie des Jahres?! Nahe an einem Volltreffer.