Nach seinen großen Abenteuern lebt Michael Dundee mit seiner Familie im australischen Outbreak. Als Sue schließlich einen Job in Los Angeles erhält, muss Michael mit seinem Sohn mit nach L.A. ziehen, wo sich die beiden Landeier anfangs nur schwer zu Recht finden. Doch dann bekommt Michael einen Job bei einem Filmprojekt.
Nachdem die beiden ersten Teile von "Crocodile Dundee" von 1986 und 1988 beträchtliche Erfolge feiern konnten, sagte Hauptdarsteller Paul Hogan, dass er nie wieder in diese Rolle schlüpfen würde, doch nach 13 Jahren übernahm er die Rolle im 2. Sequel der Reihe konsequenterweise doch noch einmal an. Prinzipiell ist dies schon mal kein gutes Omen, doch so schlecht, wie ihn viele machen ist der Film eigentlich nicht. Die Story ist natürlich, wie sollte es bei einer Komödien-Reihe auch anders sein, nichts als ein billiger Aufguss des Originals, der natürlich nicht einmal einen Ansatz von charakterlicher oder emotionaler Tiefe hat. Immerhin gibt es ein paar amüsante Dialoge und ein paar, wenn auch überaus flache Nebenhandlungen. Dennoch ist die gesamte Handlung sehr flach und stereotyp und damit leider sehr vorhersehbar.
Mit Regisseur Simon Wincer engagierte man einen relativ unbekannten, aber erfahrenen australischen Regisseur, der mit "Free Willy -Ruf der Freiheit" seinen größten Erfolg feiern konnte. Seine Umsetzung ist routiniert und solide. Die Filmmusik ist ordentlich und kann vor allem die amüsanten Szenen gut unterlegen. Was meiner Meinung nach sehr gut gelungen ist, ist die Kulisse von Los Angeles. Wincer setzt die Metropole hervorragend in Szene und verdeutlicht dabei die Orientierungslosigkeit seiner Hauptfigur, der vom Outback in die Stadt der Engel zieht. Das Erzähltempo hält er die ganze Zeit hoch, wodurch dem Film eine gewisse Kurzweiligkeit nicht abzusprechen ist. Dafür tritt er aber zu keinem Zeitpunkt auf der Stelle und konzentriert sich auf die wichtigsten Höhepunkte. Die Atmosphäre ist die ganze Zeit über relativ heiter. Was mir bei der Umsetzung sehr gut gefällt ist, dass der Humor selten in niveaulosen Slapstick verfällt und Wincer sich eher auf Situationskomik und Wortwitz beschränkt.
Der Unterhaltungswert ist ordentlich. Der Film läuft schnell an, unterhält über die volle Laufzeit solide und endet schon früh. Sicherlich ist das Ganze ein ziemlich kurzweiliges Vergnügen, aber auf jeden Fall eines der besseren Sorte. Durch die gute Situationskomik, die mir persönlich sehr zusagt und das schnelle Tempo wird der Film zu keinem Zeitpunkt langweilig, wobei er leider durch seine hohe Vorhersehbarkeit zu keinem Zeitpunkt Spannung aufbauen kann. Sicherlich ist "Crocodile Dundee in Los Angeles" damit ein ziemlich gelungener Familienfilm, den wohl auch die Fans der beiden ersten Teile gut finden werden.
Paul Hogan, der außer seinen beiden Rollen in "Crocodile Dundee" und "Crocodile Dundee 2" kaum größere Rollen in bekannteren Filmen spielen konnte, wirkt mittlerweile für diesen Film zu alt und ausgebrannt. Er kann vor allem die amüsanten und lustigen Szenen hervorragend umsetzen, zumal er ja im Comedy-Business zu Hause ist, leistet aber in ernsteren Momenten schwache Arbeit und kommt nicht ganz an seine Leistung in den beiden ersten Teilen heran, da er über die Jahre offensichtlich seinen Biss verloren hat und es für den großen Durchbruch als Schauspieler für ihn endgültig zu spät ist. Linda Kozlowski spielt ihre Hauptrolle miserabel, nachdem sie bereits in den ersten beiden Teilen überaus zweifelhafte Leistungen vollbrachte.
Fazit:
"Crocodile Dundee in Los Angeles" bietet über seine volle Laufzeit durch ordentliche Gags und ein schnelles Tempo solide, aber kurzweilige Unterhaltung. Trotz der klischeehaften und vorhersehbaren Handlung, die lediglich ein billiger Aufguss des Originals ist, und der mittelmäßigen Darsteller ist der Film damit meiner Meinung nach im guten Durchschnitt anzusiedeln und als gelungen Unterhaltung für zwischendurch weiterzuempfehlen.