Jedes Mal wenn in Hollywood jemand mit Dollarzeichen in den Augen in der Vorstandsetage aufspringt und im Meeting herausblöckt "Erinnert Ihr Euch an Kultklassiker XY? Laßt uns doch noch 'nen Teil machen?", dann läuft den Fans desselben shiningartig sofort ein nichts Gutes ahnen zu laßender Schauer über den Rücken. Denn selten, bei Gott, allzu selten geht so etwas Gut aus. Jedem von uns werden da wohl sofort einige der entsprechenden, bekannten Fiasken der Filmgeschichte vor dem geistigen Auge vorbeiziehen. - Sicher, da sind die löblichen Ausnahmen. Ein James Cameron zum Beispiel. Der könnte und kann das. Der hat genug Fantasie und Talent für zwei.
Aber im Falle Crocodile Dundee und mit einem eher unbekannten "Mastermind" dahinter. Ich gebe zu ich hatte als ich das erste Mal davon hörte ein reichlich ungutes Gefühl in der Magengegend. Doch bleiben wir objektiv und gehen die Sache angebracht unvoreingenommen an. - Auf geht's.
Zunächst stellt man erleichtert fest, dass das markig-kantige Gesicht von Paul Hogan dem Zahn der Zeit denkbar gut getrotzt hat. Sicher, die Krähenfüße haben sich noch tiefer in die sonnengegerbte Haut gefressen, aber im Großen und Ganzen war der Mann nicht nur immer noch bemerkenswert gut in Form und kommt in seiner Rolle als Mick Dundee auch nach all den Jahren immer noch gewohnt gut rüber. Auch Dauerpartnerin Linda "Sue" Kozlowski hat sich gut gehalten und das ist ja schonmal die halbe Miete für den Film (Gell, Mr. Harrison Ford?).
In punkto Story folgt man bewährten Mustern: Mick, Sue und Filius Mikey leben mittlerweile im rauhen, aber anheimelnden Ambiente eines australischen Provinznestes, als die Reporterin eines Tages ein verheißungsvolles Jobangebot aus L.A. erhält. Und da sie und Mick ohnehin der Ansicht sind, dass der gemeinsame Sohn auch mal was von der Welt sehen müsse, verzieht man kurzerhand in die amerikanische Metropole. Doch trotz seines vorangegangenen New York-Trips ist Mick noch nicht ganz sicher in den Gepflogenheiten der Zivilisation und auch die Stipvisite eines bärbeißigen Australo-Kumpels wirkt sich nun nicht unbedingt ordnend auf die Ereignisse aus.
Das Szenario für einen altgewohnten Dundee-Fun wäre also gesetzt. Und den bekommt man auch. Genau das und keinen Zacken mehr. Denn die Verwendung der zwei neuen Figuren (Sohn & Hillbilly) brachte den Autoren offenbar wenig neue Ansätze. Sie bleiben eher "farblos" und ohne große Wichtigkeit für den Streifen, auch wenn sie sympathisch sind und keineswegs störend auffallen. Tja, einfach nur 'n bißchen bei "Aus dem Dschungel in den Dschungel" räubern reicht halt nicht, und so muß Mick einmal mehr (oder minder) allein für Witz & Unterhaltung dieses Films sorgen.
Und das klappt auch ganz gut. Der Plot läuft recht flüßig wenngleich etwas seicht dahin und Langeweile kommt (gerade bei Fans der Reihe) zu keinem Zeitpunkt auf. Da stört es auch schon fast nicht mehr, dass die meisten der Gags (Straßenräuber aufmischen, übergroßes Messer, etc. pp.) nahezu allesamt schonmal in ähnlicher Form schonmal da waren, sondern laden das alteingesessene Publikum eher zu wohligen Nostalgierflashs ein.
Dieser dritte Teil ist somit im Fazit ein netter und angenehmer Abschluß der Reihe. Ein Film, der keine großen Neuerungen bringt, sondern sich damit begnügt das Erbe seiner Vorgänger als gute, leichte Familienkost fortzuführen. Der Streifen versucht auch nicht mehr zu sein als das, und genau das macht ihn irgendwie sympathisch. Für einen gemütlichen Filmabend ohne großen Anspruch ist der familienfreundliche "Crocodile Dundee in L.A." allemal gut.