Review

Kleine Fische, große Einschusslöcher


„Villains“ ist ein Genrefilm durch und durch - enorm wenig Budget, viel Leidenschaft und Kreativität. Maika Monroe-Fan bin ich seit „It Follows“, Bill Skarsgard spätestens seit „It: Chapter 1“ und „Villains“-Fan bin ich seit spätestens 30 Minuten - denn dann lief der Abspann dieses bizarren Crime-Horror-Verwirrspiels über ein kleinkriminelles Liebespaar, das auf ein wesentlich böseres und brutaleres Pärchen trifft, als sie selbst sind... 

„Villains“ ist nie berechenbar, immer frech, forsch und frisch, zudem enorm spielfreudig und biestig obendrauf. „Villains“ kann einiges! Das Protagonistenduo ist ein Träumchen, einzelne Shots sind innovativ und große Klasse, die Geschichte an sich verkommt eher zur Nebensächlichkeit. Doch das ist halb so wild, der Weg ist hier das Ziel. „Villains“ ist pfiffig, gibt keinen F*ck und bietet pure, gute Genreware. Ungezuckert, ungesüsst, ungeschliffen. „Villains“ ist ein unberechenbarer Genremix ohne Ausreden und Avancen. Das hauptsächliche Duo hat genug Chemie, das zweitsächliche Duo rockt kaum ein Stück weniger, alles bleibt fein und quirlig inszeniert. Deswegen kann und will ich mich selbst ohne übergreifendes Ziel vor der Wirkung, Anziehung und Faszination von „Villains“ kaum verschließen. „Villains“ spinnt nicht, sondern erfindet, „Villains“ spuckt nicht, sondern rotzt, „Villains“ beißt nicht, sondern grinst und kaut mit sich selbst um die Wette. Und diese grundsympathische Verblendung und Selbstverliebtheit kann ich nie und nimmer schlecht heißen. Das macht einfach zu viel kurzweiligen, mindestens oberflächlichen Fun. Isso! 

Fazit: Bösewichte sind nicht gleich Bösewichte. „Villains“ ist ein wilder, fieser, unberechenbarer Ritt zwischen Liebe, Wahnsinn und Abgrund. Nicht perfekt - aber in jeder Pore und Faser sympathisch! Waschstraße an! 

Details
Ähnliche Filme