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Wer in der Regel mit Bargeld bezahlt und die EC-Karte nur bei überdurchschnittlich teuren Anschaffungen zückt, dürfte mit Kryptowährungen wie Bitcoins herzlich wenig anfangen können. Obgleich es in dem Finanz-Krimi von Regisseur John Stalberg Jr. um eben jene Währungen im Zusammenhang mit kriminellen Machenschaften geht, taucht man zu keiner Zeit tiefer in die Materie ein.

Martin (Beau Knapp) arbeitet als gewissenhafter Finanzprüfer bei einer großen Bank und wird kurzfristig in seinen Heimatort im Kaff Elba versetzt, um hier Hintergründe einer möglichen Geldwäsche aufzudecken. Gleichzeitig gibt es ein Wiedersehen mit Dad (Kurt Russell) und seinem Bruder Caleb (Luke Hemsworth), bei denen er sich über Jahre nicht blicken ließ. Tatsächlich kommt Martin kriminellen Machenschaften auf die Spur…

Mit der Exposition wird bereits relativ viel vom Handlungsverlauf vorweggenommen, bei der es um eine Entführung und einen Austausch geht. Tatsächlich schafft es das deutsche Cover, den einzigen figurentechnischen Plot Twist anhand eines nicht gerade unauffälligen Details zu verraten. Gleichwohl benötigt die Geschichte viel Zeit, um zunächst diverse Figuren zu etablieren, von denen im Verlauf nicht mehr viele relevant sind. Und dann soll man auch noch mit einem nahezu emotionslos auftretenden Finanzprüfer warm werden, der sich binnen weniger Szenen als Langweiler vom Dienst entpuppt.

Spätestens mit der Einmischung der Russen-Mafia und dem ehemaligen Kumpel, der sich aus Informationsgründen bis ins Darknet durchhackt, werden reihenweise Genreklischees abgegrast.
Kaum etwas davon gerät spannend und sobald sich Ereignisse mit Schauwerten ankündigen, finden sich diese kurz darauf angedeutet im TV wieder. Andere Aspekte, wie die genauen Bedingungen illegaler Transaktionen werden nur vage angerissen. Deutlich interessanter gestaltet sich schließlich die obligatorische Familienzusammenführung, was bezeichnend für den eigentlichen Kern der Story ist.

Schließlich kaschieren einige etablierte Mimen noch manche Hänger, deren Zusammenspiel, speziell im letzten Drittel, zu den wenigen Highlights zählt. Auch der elektronisch pulsierende Score ist auf der Habenseite zu finden, während die Kamera zumindest einige ungewöhnliche Perspektiven liefert.

Kurzum: Das Geschäft mit den Kryptowährungen ist zu dröge aufgezogen, etwaige Verschwörungstheorien wirken reichlich aus der Luft gegriffen, während die FSK12 einen einzigen blutigen Einschuss impliziert. Eine trockene, lahm erzählte Angelegenheit.
4 von 10

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