1992: Der frömmelnde Kino-Betreiber Mr. Pike gestattet es seinen jugendlichen Mitarbeitern Chaz, Abe, Todd und Ricky ihren Filme-Abend nach Ladenschluss in seinem Lichtspielhaus zu veranstalten. Während der Diskussion darüber, ob man sich nun lieber gemeinsam "Steinzeit Junior" oder "Eine Klasse für sich" reinziehen soll (das nenne ich mal die Wahl haben zwischen Pest und Cholera, ey...), kommt es zu einem Gerangel mit einem merkwürdigen Obdachlosen, in dessen Verlauf man ein geheimes Archiv voller Filmrollen entdeckt, welches da notdürftig mit ein paar Brettern vernagelt wurde. Die christliche Teenager-Bagage entscheidet sich dann doch dafür, lieber einem vermeintlichen "europäischen Tittenfilm" (Original-Zitat) 'ne Chance zu geben und staunt nicht schlecht, als während der satanischen Orgie, die sich da nun auf der Leinwand abspielt, ein weiblicher Sex-Dämon dem Streifen entsteigt und den keuschen Kids ordentlich einheizt... Hmm, gab es in letzter Zeit noch einen anderen Film mit einem ähnlich verheißungsvollen Titel, der einen dann im Anschluss derart unbefriedigt zurückgelassen hat? Mir will beim besten Willen keiner einfallen... und selbst so eine alte Shot-on-Video-Scheisse wie "Cannibal Hookers" hat ja noch irgendwie das geliefert, was einem da versprochen wurde. Statt des erwarteten Sex-Horror-St(r)eifens handelt es sich bei "Porno - Dämonische Verführung" allerdings doch nur um den ziemlich in die Hose gegangenen Versuch einer sexy aufgebauschten Genre-Komödie, die weder besonders witzig geworden ist, noch in irgendeiner Form für für Er-, An- oder Aufregung sorgt, weil sie - in diesem Fall fatal! - fast schon Ami-typisch prüde und kein Stück pornös daherkommt. Was für'n Hänger! Die Chose benötigt da zudem ganz schön viel Vorspiel, um überhaupt mal halbwegs auf Touren zu kommen und ist dann immer noch nicht richtig feucht: Eine gute Stunde der knapp 100minütigen Laufzeit wird da für langweiliges Geplänkel vergeudet, bevor es endlich ans Eingemachte geht, doch anstatt dann mit dem Kunstblut in Fun-Splatter-Manier in der Gegend rumzusquirten, beschränkt man sich eher auf ein paar Detail-Aufnahmen von ramponierten männlichen Genitalien à la Schnaas und Ittenbach, den einen oder anderen appen Dödel und ein paar zermatschte Klöten... on screen zwar, aber nix, wo einem alteingesessenen Gorebauer die Unnerbuxe klamm wird. Und in welchem Erste-Hilfe-Kurs lernt man bitteschön, wie man einen explodierten Hodensack mit einem Schnürsenkel wieder zusammenflickt?!? Ei der Daus! Dass man die gute, alte Horror-im-Kino-Nummer angefangen bei "Dämonen 2" über "Midnight Matinee" bis hin zu "Im Augenblick der Angst" schon zigfach intelligenter, doppelbödiger und schlicht besser gesehen hat, muss ich auch nicht extra erwähnen, oder? Die ziemlich abgeschmackte und ganz Ferkelfilm-like wirklich nur hauchdünne Story passt da aber prima ins Bild, das sich von "Porno - Dämonische Verführung" letztendlich ergibt, der halt wirklich durch die Bank mehr Schein als Sein ist und so tut, als wär' er der größte Ficker überhaupt, aber tatsächlich - im wahrsten Wortsinn - keine Eier in der Hose hat. Fazit: Leider in jeder nur denkbaren Beziehung völlig ungeil...
3/10