Review

The Highlands Have Eyes


Ein paar schwer erziehbare Jugendliche aus der Stadt werden auf einen Überlebenskurs in die schottischen Highlands geschickt - und hier ist „Überleben“ mal wirklich wortwörtlich zu nehmen... Da soll nochmal einer sagen, Amazon Prime macht keine guten Exklusivfilme. Man muss eben bei dem Versandriesen wohl nur noch mehr in der Materie stecken, die Augen aufhalten und wissen, was, wann kommt, um solche glasklaren Hits und Partygranaten wie „Get Duked!“ (einst „Boyz In The Wood“) zu entdecken. Und während beim Konkurrenten mit N ein solches Ding ohne Frage gute Chancen gehabt hätte, durch die Decke zu gehen und wochenlang in deren Charts neue Zuschauer oder gar einen kleinen Hype auf sich zu ziehen, geht „Get Duked!“ bei AP ein gutes Stück still und leise baden. Schade. Das sollte sich irgendwie ändern. Wahrscheinlich hätte ein solcher Publikumsliebling sogar durch Filmfestivals mehr Aufmerksamkeit auf sich gezogen, als er jetzt bekommt. Aber sei's drum. Ändert ja alles nichts an dem Spaß, den ich bei diesem Ausflug ins moosige Grün hatte. 

„Get Duked!“ verbindet Horrorcomedy, Kiffercomedy und Hip-Hop zu einem schottischen Whiskey mit Brausepulver, Hasenmist zwischen den Zähnen und Mittelfinger im Anschlag. Ein seltsamer Cocktail, der jedoch immer wieder erstaunlich zündet. Ähnlich, wie es „Attack The Block“ vor fast einem Jahrzehnt (holy sh*t, ich werde alt!) getan hat. Allein wenn James Cosmo auf britischem Grime steil geht, gibt es für mich kein Halten mehr. Die Jungdarsteller halten die Balance aus nervig, Fremdschämen und sympathisch meisterhaft gut, ich könnte mir vorstellen, dass man diese Gesichter nicht das letzte Mal gesehen haben wird. Der trockene, britische Humor verzieht keine Miene, die Nebenfiguren sind skurril und immer wird es auch mal ernst und gefährlich genug, um nicht in eine reine Klamotte abzudriften. Außerdem ist der Soundtrack für Fans von britischem Rap 1A, die meisten Jokes haben voll in mein Zwerchfell getroffen und ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass diese rotzige Hatz gerade bei den jüngeren Zuschauern enorm zieht und einen Nerv trifft. Vom Tempo her, von den Figuren her, von der Musik her, vom Feeling her. Da wird selbst der Duke of Edinburgh etwas stolz auf diese Überlebenden Windbeutel und Möchtegern-Gangster. 

Fazit: eine bouncende und kickende Mischung aus „Attack The Block“ und „Inbred“ - nur eben im schottischen Hochland. Ein Amazon Prime Exklusivtitel, der es mit nahezu jeder Konkurrenz aufnehmen kann. Super kurzweilig und sehr frisch! DJ BEATROOOOOOT!!! Whop Whop!

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