Review
von Leimbacher-Mario
Kellerkinder kontra Killermama
Eine Clique Teenager will sich Alkohol einkaufen lassen und lernt dabei eine lustige ältere Frau kennen, in deren Keller sie schnell Parties veranstalten dürfen und die auf den ersten gar nicht wirkt, wie eine Erwachsene. Doch schnell entpuppt sich die spritzige, kugelige Dame psychisch labiler als gedacht und Schatten aus ihrer Vergangenheit verbinden sie wenig überraschend mit den Jugendlichen bzw. deren Eltern...
„Ma“ ist lange Zeit eher ein Feierfilm und ein Showcase dafür, dass Octavia Spencer auch anders kann als lieb und nett. Nämlich verstörend durchgeknallt und traumatisiert. Zwischen Partytier und Psychohexe. Hintenraus dann noch etwas Folterhorror, es gibt keine großartigen Wendungen mehr, jeder Denkweg trifft ein, den Rest macht der alles verratende Trailer. Und man kann ihm kaum böse sein - denn hier gibt's eigentlich weder etwas zu verraten noch etwas zu verschleiern. „Ma“ folgt seinen Schienen wie eine alte Lok. Und ich kann damit leben. Für zwischendurch ist das okay. Spencer hebt das Niveau und löst alle Fesseln und ihre Klischees. Das tat ihr mal sichtlich gut. Dennoch hätte diese bissige Kehrtwende der sonst so sympathischen Oscarpreisträgerin einen besseren Thriller verdient gehabt. Einen viel besseren um ehrlich zu sein. Denn außer ihr bleibt rein gar nichts hängen. Und das liegt nicht nur an ihrer Powerperformance, sondern vor allem an der pappdünnen Geschichte ohne Kurven und maximal austauschbaren Figuren.
Fazit: die meiste Zeit kein Horrorfilm - aber dennoch leicht trashig unterhaltsam. Vor allem durch eine wirklich spasshabende und spassmachende Octavia Spencer. Der Rest ist extrem voraussehbar und unspannend. Aber nicht grottig. Ok, ohne Spencer wohl schon...