Die junge Maggie Thompson zieht gemeinsam mit ihrer alleinerziehenden Mutter Erica in deren altes Heimatstädtchen in Ohio und findet an der örtlichen High School auch schnell Anschluss an die Clique rund um ihre Mitschülerin Haley. Beim Versuch, Alk zu organisieren, geraten Maggie und ihre neuen Freunde an die Tierarzt-Assistentin Sue Ann, genannt "Ma", die den Kids irgendwann sogar anbietet, im Keller ihres Hauses Party zu machen. Hinter der Fassade der vermeintlich harmlosen Dicken verbirgt sich jedoch ein höchst gestörtes Individuum, das da an mehreren nicht verarbeiteten Traumata aus eigenen Teenager-Zeiten laboriert. Als den Teenies dämmert, dass sie sich da mit einer echten Irren angefreundet haben, deren Psychosen sich nun gewaltsam Bahn brechen, ist es bereits zu spät... Für Regisseur Tate Taylor, der bereits mit seinem "The Girl on the Train" auf Thriller-Terrain ziemlich argen Schiffbruch erlitten hat, ist die erneute Kollaboration mit Octavia Spencer nach dem 2011er-Period-Piece "The Help" leider nicht von einem ähnlichen Erfolg gekrönt... statt Oscar-Nominierungen hagelt es bei diesem faden Aufguss der ollen 90er Jahre-Psychopathen-Masche (von der man in Hollywood im 21sten Jahrhundert bislang mit solchen gescheiterten Versuchen wie dem "Stepfather"-Remake oder dem Beyoncé-Vehikel "Obsessed" von 2009 auch kein echtes Revival initiieren konnte) eher die hämischen Publikums-Lacher, denn die dicke Titelfigur in mittleren Jahren ist mal echt der lächerlichste Film-Bösewicht der letzten Zeit und wurde als Typus von Kathy Bates damals in "Misery" doch sehr viel besser und furchteinflößender verkörpert. Bei dem ganzen Drumherum sieht es dann aber auch nicht besser aus: So ungefähr eine Stunde lang ist "Ma - Sie sieht alles" einfach nur ein banales Kleinstadt-Drama und erbärmlich langweilig, bevor er dann schließlich - nach einem eingeschobenen Flashback zu 'nem fiesen Streich aus alten Schultagen, der auf dürftige Art und Weise sowas wie eine Motivations-Erklärung liefern soll - in einen überhasteten Body-Count-Part mündet und niedere Genre-Regionen beackert. Too little, too late, denn bis es endlich soweit ist, hat der Zuschauer mental bereits lange auf Durchzug geschaltet und aufgegeben, denn der spannungslosen Geschichte an sich wird auf die Art auch kein Drive verpasst. Die ziemlich laxen Darsteller-Leistungen - sowohl, was die Teenie-Bagage anbelangt, von der nun wirklich nichts zu erwarten ist, als auch von den namhafteren Akteuren Juliette Lewis und Luke Evans in Nebenrollen, die die "Güte" des Drehbuchs schnell erkannt haben dürften - ziehen das alles nochmal zusätzlich kräftig nach unten. Fatalerweise scheint Taylor seinen Film zudem auch über Gebühr ernst genommen zu haben, was effektiv verhindert, dass die Chose zumindest durch einen gewissen Camp-Faktor noch sowas wie 'nen echten Unterhaltungs-Wert entwickelt, weswegen "Ma - Sie sieht alles" leider flott als läppisches Epigonen-Kino der eher schlechten Sorte durchfällt... tja, Pech gehabt...
3/10