Review

Bärenluder


Das Poster und die Prämisse versprechen am ehesten ein „Survival- und Tierhorrorstück“. Was wir bekommen geht aber nur sehr vage in diese Richtung, streift jegliche Klischees und Ansätze einmal und kann im Endeffekt auf keiner der Hochzeiten, auf die er zu tanzen vermag, den Brautstrauß fangen. „Body At Brighton Rock“ ist am ehesten noch ein Kommentar zur Bewältigung der eigenen Schwächen, Ängste, Limits und Phobien - denn wir folgen einer Parkarbeiterin allein in die Wildnis, wo erst am nächsten Morgen Hilfe ankommen wird. Und dort im dunklen Grün und Braun warten nicht nur wilde Tiere und böses Kopfkino, sondern auch eine mysteriös entstellte Leiche, auf die die zaghafte Frau die Nacht aufpassen soll...

„Body At Brighton Rock“ ist Tierhorror, Angstbewältigung, Retro-Horrorcomedy, Geistergeschichte und Gesellenstück - alles in einem. Kann nicht gut gehen? Ja stimmt, tut's auch nicht vollkommen. Dennoch ist dieser Bärendienst kein schlechter Film, definitiv eine „gute 5 von 10“. Ich mag die Hauptdarstellerin - egal wie frustrierend dumm und ängstlich sich ihre Figur anstellt (sie pfeffersprayt sich sogar selbst!!!). Ich mag den bunten Style inklusive Look und Score zwischen Comics und 80s. Ich mag grundsätzlich, dass es viele Ansätze und Lesemöglichkeiten gibt, selbst wenn wie gesagt keine allzu deutlich ausgereizt wird. Und ich mag die eindrucksvollen Aufnahmen des Waldes, der Berges, der Einsamkeit. All das hält „Body At Brighton Rock“ davon ab, allzu weit abzurutschen. Selbst wenn gerade im Mittelteil unglaublich wenig passiert, viel zu oft die „War nur ein Traum oder eine Vorstellung“-Karte gezogen wird und die Balance aus Komik und Terror, aus Augenzwinkern und Horror immer etwas off erscheint. Aber das kann ja auch gewünscht und Stilmittel sein. Wirkte auf mich aber eher gewollt als gekonnt. Dennoch: ein sympathischer Knabberspass mit Schwächen und Stärken, Aufs und Abs. 

Fazit: im Schatten von Meister Tatze... allein im Wald, mit Angst, mir ist kalt... „Body At Brighton Rock“ ist ein netter... Versuch. Definitiv kein „Backcountry“, aber auch kein totaler Fehlschlag. Vielleicht ja eher Warm-Up für bessere Würfe. 

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