Es wäre schon ein wenig traurig gewesen, hätte man die "Highlander"-Reihe unter Andrew Morahan enden lassen, denn der dritte Teil ist mit Abstand der schwächste. Stattdessen vereint man Christopher Lambert und Serien-Highlander Adrian Paul zu einem letzten Gefecht. Hier bekommt der Satz "Es kann nur einen geben" endlich eine Bedeutung.
Mit Douglas Aarniokoski (Animals) gab man einem Neuling die Chance und tatsächlich hat sich optisch einiges getan, keineswegs negativ gemeint. "Highlander: Endgame" ist der mit Abstand düsterste Teil, bietet durch seine abwechslungsreichen Kulissen dennoch einige Schauwerte. Gerade die zahlreichen Rückblenden in verschiedenen Zeiten und Ländern wissen durch eine authentische Ausstattung und detailverliebte Bilder zu punkten. Im Gegensatz zum Vorgänger, ist diese Aneinanderreihung von Rückblenden auch wichtig für die Geschichte, besonders die Vorgeschichte zwischen Connor MacLeod (Christopher Lambert) und Jacob Kell (Bruce Payne). Sie waren einst Freunde, doch Kell ließ Connors Mutter im Namen der Kirche ermorden, erst heute treffen sie wieder aufeinander. Kell ist nämlich auch für den Tod von Connors jetztiger Frau Rachel (Sheila Gish) verantwortlich.
Vorerst mag das nicht nach mehr klingen, als in den Vorgängern, doch "Highlander: Endgame" hat einige Ideen. Man nehme die Sache mit dem geheimen Refugium, mit welchem auch Duncan MacLeod (Adrian Paul) fast Bekanntschaft macht. Man muss sich nur daran gewöhnen, dass Connor hier mehr eine Randfigur ist und seinem jüngeren Kollegen das Podium überlässt. Auch hier sind die Rückblenden dienlich, denn so erfahren wir wie Connor und Duncan sich einst kennenlernten. Das gilt auch für die Liebesgeschichte zwischen Duncan und der unsterblichen Kate (Lisa Barbuscia), die nun auf der Seite von Jacob ist. Storytechnisch weiß diese Sequel durchaus die Vorgänger zu toppen, was leider auf Kosten der Action geht.
"Highlander: Endgame" legt einen furiosen Start hin, um dann leider immer mehr abzuflachen, bevor man es im Showdown nochmal krachen lässt. Dank der kurzen Laufzeit kann Aarniokoski jegliche Längen vermeiden, dennoch hätten mehr Kämpfe nicht geschadet, ganz im Gegenteil. So macht sich Duncan hier auf die Suche nach seinem damaligen Ausbilder Connor, denn nur gemeinsam können sie Jacob Einhalt gebieten, der mehr Unsterbliche getötet hat als jeder andere.
Was schon im Vorgänger geplant war, ist hier unvermeidlich, Connor gibt seine letzte Vorstellung und muss das Feld für die jüngere Generation räumen. Denn nur mit Connors Fähigkeiten wird es Duncan gelingen, den übermächtigen Jacob zu besiegen, der auch ohne Skrupel seine Anhänger meuchelt. Die wenigen Kämpfe sind schick geworden, kein Wunder, denn Donnie Yen (Ip Man, Flash Point) half bei den Choreographien, kommt selbst leider ein wenig zu kurz. Aber so sind die Kämpfe hier echte Höhepunkte, auch den Härtegrad hat man mit angehoben. Erfreulicherweise wurden die fantastischen Elemente im Gegenzug auf ein Minimum reduziert, die restlichen Effekte sind auf gutem Niveau, mit CGI jeglicher Natur wird gehaushaltet.
Christopher Lambert (Beowulf, Knight Moves) ringt sich eine erstaunliche emotionelle Leistung ab, da kann der steife Adrian Paul (Last Colony, Dark Species) nicht ganz mithalten, obwohl er wesentlich mehr Mimik und Gestik zu Stande bringt, als in der Serie. Bruce Payne (Passagier 57, Full Eclipse) ist als Fiesling eine Bank und darf sich hier richtig ausleben.
"Highlander: Endgame" ist wieder eine deutliche Steigerung und wäre auch ein guter Abschluss gewesen, es gibt ja noch das DTV-Sequel "Highlander: The Source". Inhaltlich darf man sich auf eine vernünftige Story freuen und auch an der düsteren Inszenierung kann man nicht meckern. Dennoch kommt man zu selten in den Genuss schicker Actionszenen und Connor tritt immer mehr in den Hintergrund. Aber diese Vereinigung zwischen den zwei MacLeods kann sich schon sehen lassen.