Die Fotografin Rilla lebt gemeinsam mit ihrem Ehemann Robert in einem New Yorker Apartmenthaus... und zwar eine Etage über ihrer spleenigen Schwester Laurie, die 'nen Pflanzen-Tick hat und felsenfest überzeugt ist, mit dem Grünzeug in telepathischem Kontakt zu stehen und sogar kommunizieren zu können. Als Rilla eines Tages auf dem Dach des Gebudes Lauries Leiche vorfindet, scheint es so, als sei diese ermordet worden. In der Folge erfährt Rilla von der soganannten Kirlianfotografie, bei der es möglich ist, mittels elektrischer Entladungen die Auren von Menschen und Gegenständen einzufangen. Da zum Zeitpunkt des Todes ihrer Schwester eine Topfpflanze am Tatort anwesend war, schließt Rilla diese an einen Lügendetektor an und macht sich mittels besagter fotografischen Technik daran, den Killer auf eigene Faust zu entlarven. Schwer verdächtig erscheinen ihr bald Lauries merkwürdiger Bekannter Dusty und sogar ihr eigener Gatte, der nie gut auf ihre Schwester zu sprechen war... Jonathan Sarnos ziemlich bizarre Murder-Mystery verlangt direkt zu Beginn vom Zuschauer die Bereitschaft, die merkwürdige Prämisse zu akzeptieren, um überhaupt auf die hier erzählte Geschichte klar zu kommen, doch selbst wenn man die Idee von der Zimmerpflanze als einzigem Zeugen eines Mordes schluckt, tun sich da im Anschluss noch ganz andere Problemchen auf: "Nur die Pflanze war Zeuge" ist nämlich mal alles andere als aufregend geworden und hängt zwischendrin spannungsmäßig trotz einer erstaunlich kurzen Laufzeit von nicht einmal 75 Minuten mächtig durch. Den nur durchschnittlichen Darstellern gelingt es da mit ihrem Spiel zudem auch nicht immer, das Zuschauer-Interesse da konstant aufrecht zu erhalten. Unter den Gesichtspunkten eines reinen Thrillers betrachtet ist der Streifen ob seiner behäbigen Inszenierung und gerade mal zwei Verdächtigen ergo relativ dürftig, erfolgreicher ist das Ganze hingegen aber als Momentaufnahme des Drehorts New York der späten 70er, die den Big Apple in einer Form präsentiert, wie sie heute wohl nicht mehr existiert, weswegen man "Nur die Pflanze war Zeuge" in der Beziehung fast schon in einem Atemzug mit "The Driller Killer" und "Maniac" nennen kann. Zumindest von dieser Warte aus betrachtet liefert die Angelegenheit angenehm schräges Entertainment. Also: Kurios, aber zwiespältig!
5/10