Waise Ja-Yoon wird mit 8 Jahren von einem Ehepaar aufgenommen, das kurz zuvor Sohn und Enkel verloren hat. Zehn Jahre später nimmt sie an einer Talentshow teil und plötzlich hat sie einen Killertrupp daheim, der sie umbringen will.
Angeblich ist The Witch als Trilogie geplant, bisher sind aber nur zwei Teile und mit The Tyrant ein Spin-off erschienen.
Der Mystery-Actioner lässt sich sehr, sehr viel Zeit mit der Einführung seiner Protagonistin und der Exposition. Rund eine Stunde, also die Hälfte der Laufzeit plätschert der Film wie ein Teeniedrama dahin, Ja-Yoon und ihre Freundin albern herum, sie hetzen zur Talentshow und zwischendrin tauchen immer mal Typen in Schwarz auf reden kryptisch daher. Speziell in diesen Momenten ist der Film dann auch recht geschwätzig und insgesamt mindestens 20 Minuten zu lang geraten, eher noch 30 Minuten.
Die zweite Hälfte nimmt dann rasant Fahrt auf und präsentiert einerseits einen kleinen Twist, der die erste Hälfte ad absurdum führt, andererseits wird es wild. Die Action ist brachial und ziemlich rabiat, wobei die Kamera gute Arbeitet leistet. Der rote Lebenssaft wird reichlich an Wänden, Decke und auf dem Boden verteilt, allerdings wird e nie richtig explizit oder überhart, lediglich kompromisslos.
Die gute Atmosphäre des gesamten Films entsteht vor allem durch den hervorragenden Soundtrack und dem nuancierten, wirklich tollen und später auch effektiv creepy Spiel von Hauptdarstellerin Kim Da-mi, die auch mehrere Preise gewonnen hat.
Spannend könnte aber das tatsächliche Finale werden, so es denn einen dritten Teil geben wird, denn im Vorspann werden bereits eine Menge alter Bilder unter anderem Experimenten der Nazis gezeigt und den USA gezeigt und darauf wird sicherlich noch Bezug genommen, wenn das einen effektiven Sinn ergeben soll und nicht nur als Vergleich gedacht war. Bleibt abzuwarten, was da noch kommt.
Zu lange erste Hälfte, die deftige Action der zweiten Hälfte entschädigt dafür aber etwas. Brauche ich aber sich nicht noch ein weiteres Mal.