Review
von Leimbacher-Mario
Ein kleiner Schlusspunkt und ein großes Ausrufezeichen
Da ist er, der Endpunkt einer zehnjährigen Reise, das (vorläufige) Endspiel eines filmhistorisch einmaligen Unterfangen. Das MCU schließt (vorerst) ab - mit „Avengers: Endgame“. Ein sicherer Welthit und der wahrscheinlich bisher größte Film in der Geschichte dieser Kunstform. Oder zumindest der aufwändigste. Und das Warten hat sich gelohnt. Man o man, hat sich das Warten gelohnt... „Endgame“ liefert ab, wo er nur kann und vervollständigt nicht nur „Infinity War“, sondern gefühlt das komplette Marvel Cinenatic Universe. Disney, Marvel und alle Beteiligten legen hiermit die Messlatte in Sachen Blockbuster nochmal ein heftiges Stück höher. Allein die letzten 45 Minuten werden alle Münder offen stehen und vor lauter Jubelschreie so einige Fans in den kommenden Tagen heiser werden lassen. Doch eins nach dem Anderen, ich will mich ja nicht überschlagen... Angesetzt wird direkt nach „Infinity War“ und die Avengers, die Menschheit und das gesamte Universum muss mit dem Verlust umgehen und leben lernen. Doch unsere übrig gebliebene, originale Truppe heißt ja nicht umsonst so, wenn sie sich mit dieser krachenden Niederlage und den milliardenschweren Verlusten einfach so abfinden würden...
„Avengers: Endgame“ ist beeindruckend. In jeder Hinsicht. Er hetzt sich nicht, nimmt sich Zeit, holt aus und schlägt gefühlvolle, schwerwiegende Brücken zum kompletten MCU. Besonders für Thor, Cap und Iron Man, sowie natürlich für uns als langjähriges Publikum, ist das eine wundervolle Herausforderung aber im Endeffekt höchst befriedigend. „Endgame“ wirkt final, rund, nahezu perfekt. Der düstere Grundton und der durchweg hohe Einsatz sind jederzeit spürbar, der Humor kommt dennoch nicht zu kurz und für die finale Schlacht müssen noch Worte erfunden werden. Das ist schlicht noch nie dagewesen! Doch „Avengers: Endgame“ ist so viel mehr als reines Krawallkino. Ein wahres Feuerwerk der Gefühle, eine Achterbahnfahrt der Emotionen. Er ist würdig. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal von einem Superheldenfilm so ergriffen und tief bewegt war. Wahrscheinlich noch nie. „Avengers: Endgame“ ist durchdacht und clever, ausbalanciert und episch, kraftvoll und voller Wow-Effekte. Gänsehaut am ganzen Körper, Tränen in den Augen. Mehrfach. Da ist man plötzlich wieder Kind. Fan sowieso. Und das Kino wirkt riesiger denn je. Natürlich ist auch „Endgame“ nicht perfekt, so kann man über Thors Schicksal bzw. Verfassung streiten, über Logikfragen diskutieren (wie immer bei Filmen mit Zeitreiseaspekten), sich über (die meiner Meinung nach immer noch overpowerte) Fräulein Marvel aufregen und andere Kleinigkeiten ankreiden. Es gibt sogar die ein oder andere Länge im Mittelteil und die überraschend entschleunigte erste Hälfte ohne große Action braucht Eingewöhnung oder zumindest die richtige Herangehensweise bzw. Erwartungshaltung. Doch im Endeffekt liefert diese Konklusion nahezu alle fehlenden Teile eines Puzzles, das es so nicht nochmal in der Geschichte des Kinos geben wird. Mir bleibt nur Danke zu sagen und meinen imaginären Hut zu ziehen. Und in den kommenden Tagen sicher noch eine Kinokarte zu lösen. Denn sowas muss man öfters sehen und ist nicht im ersten Rutsch zu verdauen. Ich habe nicht den Hauch eines Zweifels, dass „Avengers 4“ am Ende sogar „Avatar“ kassiert und der erfolgreichste Film aller bisherigen Zeiten wird. Es ist das Ding einer ganzen Generation und der perfekte Sturm.
Fazit: der breiteste, spektakulärste und emotionalste Superheldenfilm aller Zeiten. „Avengers: Endgame“ pulverisiert bisherige Maßstäbe und katapultiert das komplette Genre in einmalige Höhen. 10 Jahre clevere Investitionen zahlen sich nun aus. Das gab’s noch nie seitdem die Bilder laufen lernten. Man weint, man jubelt, man bangt, man staunt. Man glaubt seinen Augen kaum. Das MCU ist komplett. Fetter wird’s nicht. Oder Marvel?!