Review
von Der Ewige Lawrence
Avengers Endgame ist die Kulmination von 10 Jahren harter und extrem erfolgreicher Arbeit, er vollendet einen Zyklus, er vollendet einen monumentalen Handlungsbogen, und er verabschiedet einige Helden der ersten Stunden. Dafür nimmt er sich enorm viel Zeit, und letztlich nimmt er sich fast nicht genug Zeit, da er auch extrem viel Handlung in den Film quetscht, um ja auch jedem Charakter und dessen Handlungsbogen gerecht zu werden.
Im Grunde genommen sind es sogar fast drei Filme auf einmal zum Preis von einem: Der Aftermath von Infinity War, der Heist Movie und schließlich die 'Rückkehr des Königs'.
Und so wie sich das jetzt eventuell lesen könnte, so ist es dann auch: Es passt nicht alles so gut ineinander, dass es reibungslos liefe. Der Film hakt hier und da, er hat ein Tempo-Problem, er hat diverse Logik-Probleme. Er hat für ein sauberes Disney-Produkt mit Hawkeyes Charakterentwicklung und der Auflösung dieses Handlungsbogens auch ein Image-Problem, das von fast allen geflissentlich ignoriert wird.
Und dennoch, er betreibt so ein krasses Fan-Servicing und hat so viele Momente für die Ewigkeit zu bieten, dass man als Comic-Fan und Fan der ersten Stunde nur noch grinsend und mit Gänsehaut da sitzt.
Letzten Endes kommt man zwar geschlaucht und halbwegs zufrieden aus dem Kino, aber auch etwas ratlos: Endgame ist ein monströser, rastloser Moloch von einem Film, der alle Fans bedient, eine Ära zufriedenstellend beendet, neue Rätsel vorbereitet, der auch zu keinem Zeitpunkt einen enttäuscht.
Und doch hat man das Gefühl, dass ein gewisses Etwas einfach fehlt
Die vielleicht bombastischsten und besten 6 Punkte des Kinojahres 2019
Und trotz dieser mies wirkenden Bewertung die ganz klare Empfehlung, das Doppelpack Infinity War und Endgame zu schauen!